Elie Rosen ist Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg. Er ist auch für die jüdische Gemeinschaft in der Steiermark zuständig.

Sicherheitsdienste für Synagogen seien in anderen Bundesländern ganz selbstverständlich, weil es immer wieder Übergriffe oder Attacken auf Juden gebe, betont Rosen.

Bewaffnung gegen islamistische Angriffe abgelehnt

Ausgangspunkt für die aktuelle Kritik ist ein Verfahren des Landesverwaltungsgerichtes Salzburg. Es ging um einen Sicherheitsmann der Salzburger Synagoge, dem die Behörden einen Waffenpass verweigern. Er klagte vergeblich. In der Urteilsbegründung heißt es, der Mann mache einen unerfahrenen Eindruck für bewaffnete Einsätze. Eine Gefährdungslage kenne er nur aus den Medien. Und es brauche konkrete Hinweise, die bei dem Verfahren nicht geliefert worden seien, so das Gericht.

Verwaltungsgericht sieht ausreichenden Polizeischutz

Elie Rosen sagt dazu, er wolle die persönliche Eignung des Kandidaten nicht beurteilen. Völlig unverständlich und abzulehnen sei jedoch die Begründung des Gerichtes, dass „Ereignisse im Ausland“ nicht die Annahme einer Gefährdung in Österreich rechtfertigen würden. Es müsse offenbar zuerst ein Anschlag verübt werden, bevor in Salzburg gehandelt werde. Zudem stufe der Verfassungs- und Staatsschutz die Gefahren für islamistischen Extremismus und Terrorismus auch für Salzburg als hoch ein, so Rosen.

Präsident verweist auf andere Gemeinden

Beim Landesverwaltungsgericht heißt es, die Salzburger Synagoge werde von der Polizei ohnehin über Streifendienste bewacht, Veranstaltungen und Besucher zu Gebetszeiten würden behördlich beschützt. Daher brauche es keinen privaten Sicherheitsdienst.

Dem widerspricht Rosen vehement – aus Sicherheitsgründen, wie er betont. In Wien und Graz sei der Einsatz bewaffneter Wachleute bei Synagogen längst normal.