Die geplante Reform des Grundwehrdienstes, der diese Woche in Salzburg angekündigt wurde, beschäftigt auch die Wirtschaft. Wenn junge Männer länger beim Heer sind und später verpflichtende Milizübungen absolvieren müssen, sei das für viele Betriebe organisatorisch schwierig.
Fachkräfte-Mangel verschärft durch Wehrdienst?
Der Grundwehrdienst soll künftig neun Monate dauern – sechs Monate Ausbildung und anschließend drei Monate verpflichtende Truppenübungen. Für die Wirtschaft bedeutet das längere Ausfälle von Arbeitskräften.
Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei das keine Nachricht, die Unternehmen zum Jubeln bringen, sagt Lorenz Huber von der Wirtschaftskammer Salzburg: „Es geht auch die Vorlaufzeit. Wir denken dabei besonders auf kleinere und mittlere Betriebe.“
Gesetzliches Anhörungsrecht gefordert
Grundsätzlich akzeptiere die Wirtschaftskammer die Wehrdienstreform. Wichtig sei, dass auch die Auswirkungen auf Betriebe berücksichtigt werden, so Huber: „Es ist sehr wichtig, dass es ein gesetzlich verankertes Anhörungsrecht der Betrieb bei Aufschubfällen gibt. Da geht es um Mitarbeiter, die im Betrieb unabkömmlich sind, und wo es wichtige wirtschaftliche Interessen des Betriebes gibt.“
Truppenübungen direkt nach Ausbildung
Bei den geplanten Truppenübungen spricht sich die Wirtschaftskammer dafür aus, diese direkt im Anschluss an den Grundwehrdienst zu absolvieren. So könnten Unternehmen besser planen und längere Unterbrechungen im späteren Berufsleben vermieden werden.