Deren Wurzeln seien zu dicht und das Wasser würde zu schnell abfließen und nicht bei den Wurzeln landen. Auch das heftige Gewitter am Sonntag half dabei wenig, so die Stadtgärtner. Die Niederschlagsmenge sei viel zu gering gewesen, um die ausgetrockneten Böden nachhaltig mit Feuchtigkeit zu versorgen.
Der Leiter des städtischen Gartenamtes Christian Stadler dazu: „Wir Stadtgärtner sind alle sehr besorgt. Wir sehen jedes Frühjahr, dass Bäume nicht mehr grün werden. Das war schon in der Vergangenheit so, wenn der Grundwasserspiegel sinkt. Wertvolle alte Bäume können nicht nachwachsen wie die jungen, und wir vermuten, dass das jetzt verstärkt ist. Das ist ein großer Schaden, der entsteht.“
635 Bäume stehen in der Hellbrunner Allee – viele von ihnen haben heuer bereits gelbe Blätter und trocknen nach und nach völlig aus. Besonders betroffen sind Sommerlinden, aber auch alte Kastanien leiden unter den hohen Temperaturen.
Bäume könnten umgeschnitten werden
Die Gefahr, dass Wind jetzt vermehrt Bäume umstürzen könnte, sehe er zwar nicht, sagt Stadler, weil auch verdorrte Bäume noch einige Zeit stabil blieben. Müssten aber Bäume umgeschnitten werden, dauere es Jahrzehnte, bis neu gepflanzte Bäume nachwachsen. Um die Situation zu entschärfen, helfe nur eines: „Wir brauchen dringend Regen, und das ausgiebig über mehrere Tage, weil sonst haben wir wieder nur eine Rasenbewässerung“, so Stadler.
Trockenheit setzt Bäumen zu
Auch Obstbäume leiden unter den hohen Temperaturen
Auch bei den Obstbäumen macht sich die Trockenheit bemerkbar. Josef Heinrich ist Baumwart und Obmann des Obst- und Gartenbauvereins in Michaelbeuern (Flachgau), er beobachtet, dass sich der Geschmack der Früchte, die Größe und Konsistenz verändern. Er macht auch darauf aufmerksam, dass jetzt nicht gedüngt werden darf – denn die meisten Dünger seien wasserlöslich, Bäume können sie also nicht oder nur sehr konzentriert aufnehmen und das könne zu einem Absterben der Bäume führen.
Die Trockenheit schädigt daher nun viele Baumarten nachhaltig und mache sie anfälliger für Krankheiten, die im Herbst wieder deutlich sichtbar werden, so der Experte.