Während Männer im Durchschnitt im Jahr 2025 2.577 Euro Pension in Salzburg bezogen, waren es für Frauen lediglich 1.526 Euro. Ein wesentlicher Einflussfaktor ist die extrem hohe Teilzeitquote bei Frauen, und zwar auch bei Frauen ohne unmittelbare Betreuungspflichten.
Die österreichische Arbeiterkammer legte dazu heuer im Februar eine Statistik vor: Demnach liegt der Teilzeitanteil von Frauen mit Kindern über 15 bei rund 60 Prozent. Der daraus folgende Einkommensunterschied ist aber in der Pension noch einmal deutlich höher als bei aktiv Berufstätigen – und zwar mehr als doppelt so hoch.
Eder kritisiert Pensionssystem
Der Salzburger AK-, ÖGB- und SPÖ-Chef Peter Eder macht dafür das Pensionssystem verantwortlich, das seiner Meinung nach die Unterschiede aus dem Erwerbsleben noch verstärke.
„Wir haben früher die Vereinbarung gehabt, dass die besten Jahre zählen. Derzeit haben wir die Angleichung ja auch, dass das Frauenpensionsalter an das der Männer angepasst wird und wir hier die schlagenden Zeiten haben, die sehr viele sind. Weil das gesamte Erwerbsleben zählt und nicht mehr die besten Jahre. In der Summe – über die Lebenseinkommen – verliert man dann natürlich extrem viel.“
Bessere Bewertung von Kindererziehungszeiten
„Niedrige Pensionen sind kein Schicksal, sondern das Ergebnis von Strukturdefiziten: mangelnde Kinderbildungsplätze, unbezahlte Care-Arbeit, schlecht bezahlte Branchen und unfreiwillige Teilzeit sind die Hauptursache für die Pensionslücke, die nicht erst im Ruhestand, sondern am ersten Arbeitstag entsteht.“, informierte auch ÖGB-Landespensionistinnen-Vorsitzende Christine Pertele.
Einkommensschwache Jahre würden sich bei Frauen daher stärker auswirken, findet Eder. Er verlangt deshalb eine bessere Bewertung von Kindererziehungszeiten im Pensionssystem.
„Frauen flüchten ja nicht freiwillig in die Teilzeitfalle. Sie sind darauf angewiesen, Teilzeit zu arbeiten, weil es an Bildungs- und Betreuungsplätzen fehlt oder sie Angehörige pflegen müssen. Und gerade im Bereich der Pflege, müssen immer mehr Menschen zuhause betreut werden, weil die Versorgung aufgrund des Personalmangels in diesem Bereich nicht mehr flächendeckend gegeben ist. Wer der Gesellschaft den Rücken stärkt, darf im Alter dafür nicht auch noch bestraft werden.“, so ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Petra Berger-Ratley.