Enorme Hitze, wenig Niederschlag, anhaltende Trockenheit – die Wettersituation in diesem Sommer sorgt nicht nur in Seen und Flüssen für niedrige Wasserstände, sondern bereitet auch immer mehr Gemeinden in Land Probleme bei der Wasserversorgung. Viele Grundwasserspiegel sind so tief wie noch nie.

Deshalb rufen bereits zahlreiche Gemeinden ihre Bürgerinnen und Bürger dazu auf sehr sorgsam mit Wasser umzugehen. Mehr als ein Appell sei dabei aber meist nicht möglich, nur wenige Vorgaben ließen sich per Verordnung regeln, noch weniger tatsächlich kontrollieren, sagt Manfred Sampl (ÖVP), der auch Bürgermeister der Gemeinde St. Michael im Lungau ist.

„Können das nur gemeinsam bewältigen“

„Derzeit ist es so, dass man wirklich, wenn die Situation nicht ganz dramatisch ist, nur appellieren und Bewusstsein bilden kann. Es ist ein Thema, dass wir insgesamt als Gesellschaft nur gemeinsam bewältigen können. Wenn wir letztendlich alle achtsam umgehen und das Wasser nur für das verbrauchen, wofür wir es tatsächlich im täglichen Leben brauchen, werden wir das schaffen. Denn die Situation ist schwierig, aber nicht aussichtslos“, so der Gemeindeverbandspräsident.

Durchschnittlich verbrauchen die Salzburgerinnen und Salzburger täglich pro Person rund 130 Liter Wasser, wie die aktuellen Zahlen der Salzburg AG zeigen. Rechnet man den Verbrauch von Industrie, Gewerbe und Fremdenverkehr dazu, kommt man auf etwa 240 Liter pro Person und Tag. Der Durchschnittsverbrauch ist in den letzten zehn Jahren leicht gesunken.

Bessere Erschließung von Quellen gefordert

Gründe dafür seien laut Salzburg AG, dass die modernen Haushaltsgeräte und Sanitärinstallationen weniger Wasser brauchen. Gewerbe- bzw. Industriebetriebe gehen aus Kostengründen sparsamer mit dem Trinkwasser um und nutzen über Kreislaufsysteme das Wasser mehrfach, heißt es.

In Zukunft müssten sich die Wasserversorger Gedanken um eine bessere Erschließung von Quellen machen, verlangt Sampl weiter. In zwei Dritteln der Salzburger Gemeinden besteht eine Gemeinde-Wasserversorgung, dazu kommen mehr als 550 Wassergenossenschaften und große private Versorger, wie die Salzburg AG.