Die niedrigen Pegelstände in Flüssen und Bächen wirken sich derzeit deutlich auf die Stromerzeugung aus. Die Salzburg AG produziert aktuell nach eigenen Angaben rund 25 bis 30 Prozent weniger Strom aus Wasserkraft. Auch die Energie AG, die in Salzburg mehrere Wasserkraftwerke betreibt, berichtet von ähnlichen Rückgängen. In Wagrain (Pongau) musste ein kleines Laufkraftwerk vorübergehend außer Betrieb genommen werden, weil die vorgeschriebene Restwassermenge für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr ausreicht.
Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt fehlt derzeit rund ein Drittel der üblichen Wassermenge, erklärte Hermann Leitner, Abteilungsleiter für Wasserkraft bei der Energie AG. Das wirke sich direkt auf die Stromerzeugung aus: „Wir produzieren derzeit rund ein Drittel weniger Strom als geplant.“
Trockenheit und Stromproduktion
Hitze und Trockenheit haben noch eine weitere, gravierende Folge: die Stromproduktion in den heimischen Wasserkraftwerken muss spürbar zurückgefahren werden. Rund 30 Prozent weniger Energie wird momentan erzeugt – im Vergleich zu normalen Monaten. Die große Ausnahme ist das Pumpspeicherkraftwerk Kaprun: Dort freut man sich aktuell sogar über den extrem niedrigen Pegelstand im Stausee Wasserfallboden.
Weniger Wasser, weniger Strom
Auch im Kleinkraftwerk Sinnhub mitten in der Stadt Salzburg macht sich die Trockenheit deutlich bemerkbar. Wegen der geringen Wassermenge kann derzeit deutlich weniger Strom erzeugt werden. "Das Einzugsgebiet des Salzburger Almkanals ist der Königssee mit der umliegenden Region. Von dort wird die Königsseeache gespeist. Ein Teil des Wassers muss im Fluss bleiben, der Rest fließt in den Salzburger Almkanal. Derzeit produzieren wir rund 30 Kilowatt, möglich wären 40 oder etwas mehr. Damit müssen wir zurechtkommen“, erklärte der Kraftwerksbetreiber Franz Kok.
Im Kleinkraftwerk kann derzeit rund ein Viertel bis ein Drittel weniger Strom erzeugt werden – ein Rückgang, der sich auch bei den großen Wasserkraftwerksbetreibern entlang der Salzach zeigt.
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Pumpspeicher in Kaprun kaum betroffen
Bei den Pumpspeicherkraftwerken in Kaprun ist die Situation deutlich entspannter als bei den Laufkraftwerken, berichtete Tanja Janisch-Breuer von der Kraftwerksgruppe Kaprun Verbund. Zwar sind auch sie auf Zuflüsse angewiesen, für den laufenden Betrieb spielt das derzeit aber nur eine untergeordnete Rolle. Der Stausee Mooserboden ist nahezu vollständig gefüllt, während der Wasserstand im darunterliegenden Speicher Wasserfallboden zwar deutlich niedriger ist, die Stromproduktion dadurch aber nicht beeinträchtigt wird.
Das Wasser kann weiterhin je nach Bedarf zwischen den Speichern gepumpt und zur Stromerzeugung genutzt werden. „Die Versorgungssicherheit bei der Stromproduktion ist sichergestellt und das Wasser, das wir aktuell zur Verfügung haben, wird entsprechend energetisch genutzt“, so Janisch-Breuer. Für die Verbund AG hat der niedrige Wasserstand im Wasserfallboden derzeit sogar einen Vorteil: Der Staudamm wird aktuell um 8,7 Meter erhöht. Der geringere Wasserdruck erleichtert die Bauarbeiten und reduziert die Belastung auf den bestehenden Damm während der Bauphase.
Eis hält Spezialbeton kühl
Auf der Baustelle läuft die Erhöhung des Staudamms auf Hochtouren. Damit der Spezialbeton beim Einbau möglichst kühl bleibt, wird dem Beton während des Mischvorgangs Eis beigemengt, bestätigte Projektleiter Christian Rieder. „Wir müssen darauf achten, dass der Beton an der Einbaustelle eine möglichst niedrige Temperatur hat. Beim Abbinden entwickelt er Wärme. Deshalb geben wir dem Beton bereits beim Mischen Eis zu, damit die Frischbetontemperatur möglichst niedrig bleibt.“ Das dafür benötigte Eis wird direkt auf der Baustelle zwischen den Stauseen Wasserfallboden und Mooserboden erzeugt.