Immer häufiger landen junge Vögel am Boden, weil sie geschwächt oder überhitzt aus dem Nest fallen. Das beobachten auch die Tierschützerinnen und Tierschützer der Pfotenhilfe Lochen im benachbarten Braunau (Oberösterreich). Das Problem: In ihren Nestern sitzen Jungtiere, etwa bei Vögeln oder Eichhörnchen, normalerweise eng beieinander, um sich gegenseitig zu wärmen.
Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad sei dieser natürliche Schutz jedoch nicht mehr hilfreich, sondern könne sogar zum Problem werden, erklärt die Geschäftsführerin der Pfotenhilfe Lochen, Johanna Stadler. „Dann fangen die Tiere im Nest an, sich mehr zu bewegen und die Flügel aufzuspannen, weil ihnen die Hitze unangenehm wird. Dabei kann es passieren, dass schwächere Geschwister aus dem Nest gedrängt werden.“
Wildtiere verdursten
Von der Landwirtschaft über die Schwammerlsucher bis hin zur Wasserversorgung – wir haben hier in Salzburg Heute ja schon ausführlich darüber berichtet. Die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe, die ruft jetzt dazu auf, Trinkwasserbehälter für Wildtiere aufzustellen: vor allem kleine Nagetiere und Vögel drohen, zu verdursten:
Jeder und jede kann mithelfen
Igel, Eichhörnchen und Insekten finden vielerorts kaum noch Wasser, weil kleine Bäche und natürliche Wasserstellen austrocknen. Flache Schalen mit frischem Wasser im Garten können in diesen Tagen eine wertvolle Hilfe sein. „Man kann jedes Fensterbrett nutzen, jede Terrasse, jeden Balkon – den Garten sowieso. Wichtig ist nur, Wasserstellen so einzurichten, dass kleine Tiere, wenn sie Wasser suchen, auch wieder herauskommen“, sagte Stadler.
Die Tierschützerin empfiehlt außerdem, bei vermeintlich hilfsbedürftigen Wildtieren zunächst Kontakt mit Organisationen wie der Pfotenhilfe aufzunehmen. Ein kurzes Video könne dabei helfen, die Situation einzuschätzen. Wichtig sei, nicht übereilt einzugreifen, denn dadurch könnten laut Stadler auch Familienverbände zerstört werden.
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Rückzugsräume für Rehe wichtig
Auch Rehe passen ihr Verhalten an die anhaltende Hitze an. Während der Mittagsstunden ziehen sie sich in schattige Waldstücke oder dicht bewachsene Feldränder zurück, um der direkten Sonne zu entgehen. Tierschützer appellieren deshalb an Spaziergänger und Hundehalter, diese Rückzugsräume zu respektieren.
Freilaufende Hunde können Rehe unnötig aufscheuchen und dazu führen, dass die Tiere bei großer Hitze flüchten müssen. Laut Einschätzung der Jägerschaft ist die Wasserversorgung der Rehe derzeit allerdings noch gesichert.