Der Mann war Mittwochfrüh in Bischofshofen in Richtung Hochkönig aufgebrochen und erreichte das Matrashaus auf dem Gipfel erst gegen 16.30 Uhr. Nach einer kurzen Rast machte er sich an den Abstieg in Richtung Werfen (ebenfalls Pongau). Beim Floßkogel geriet er bei Einbruch der Dunkelheit in unwegsames Gelände, verstieg sich und war bei so genannten Schoberschartl rasch in Absturzgefahr. Mit dem Mobiltelefon setzte er einen Notruf ab.
Gleichzeitig nahm die Gewittergefahr im zentralen Pongau stark zu, Blitze und Donner über dem Hochkönigmassiv häuften sich.
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Bergrettungsteam startete gegen 22.00 Uhr
Die Flugpolizei schickte einen nachtflugtauglichen Spezialhubschrauber ins Gebirge, dessen Team die genaue Position des Wieners ermittelte. Diese Daten bekam dann die Bergrettung Werfen, die den Einsatz um 21.45 Uhr übernahm. Acht ihrer Männer stiegen auf, eine aufziehende Gewitterfront erschwerte die Rettungsaktion jedoch beträchtlich. „So haben wir uns entschlossen, die Besatzung des nachtflugtauglichen Rettungshubschraubers Christophorus 14 aus Niederöblarn (Obersteiermark) um Unterstützung zu ersuchen“, schildert Sepp Oppeneiger, Einsatzleiter der Bergrettung Werfen.
Spezialhubschrauber aus Niederöblarn
Der Crew von Christophorus 14 gelang dann auch eine Bergung mit der Stahlseilwinde, die auf diesem Helikopter seitlich montiert ist. Die meisten Hubschrauberteams des ÖAMTC arbeiten mit Rettungstauen, die jeweils unter der Maschine an deren Lasthaken befestigt werden – ohne Winde. Für diese Art der Bergung braucht man Zwischenlandeplätze für das Umladen.
Der Wiener wurde unverletzt ins Tal geflogen. Das Bergrettungsteam kehrte zu Fuß zurück. Der Einsatz endete gegen 1.00 Uhr morgens.
„Schlechte Tourenplanung bei Unwettergefahr“
„Sowohl die Tourenplanung als auch die Ausrüstung des Mannes waren mangelhaft“, sagt Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau: „Diese Hochkönigrunde erfordert viel Zeit und Ausdauer. Sie ist an einem Tag nur sehr schwer zu bewältigen. Daneben waren für den Abend heftige Unwetter angekündigt – eine völlig ungeeignete Ausgangslage für dieses Vorhaben.“
Bergrettung warnt vor hohen Kosten
Leider falle Bergrettern immer wieder auf, dass immer noch viele Urlaubsgäste – aber auch zahlreiche Einheimische – ohne entsprechenden Versicherungsschutz für Bergungen im alpinen Gelände unterwegs seien, so Kremser: „Wir sprechen dieses Thema seit Jahren immer wieder an, weil viele Wanderer gar nicht wissen, welche Kosten bei einem solchen Rettungseinsatz entstehen können.“
Diese müssen grundsätzlich die Betroffenen tragen. Kremser betont, man könne mit einer Fördermitgliedschaft bei der Bergrettung sehr einfach und günstig vorsorgen – mit 38 Euro pro Jahr für eine Familie im gemeinsamen Haushalt sei man gut versichert: „Gleichzeitig tragen unsere Förderer damit zu den Kosten für Ausbildung- und Ausrüstung bei.“