20.000 Innviertler Goldhaubenknödel gehen wöchentlich bei Desiree und Wolfram Marius-Hofmann in Seekirchen (Flachgau) über den Verkaufstisch. Sie beliefern Gastronomiebetriebe in der Region mit ihren Produkten. Gearbeitet wird dabei mittlerweile im Keller, weil die Raumtemperatur tagsüber zu hoch wird. Produktionsbeginn ist jetzt im Sommer täglich um 5.00 Uhr.

„Wir haben zwei Kühlzellen und normalerweise haben wir die Schockzelle immer nur laufen, wenn die Produktion vonstatten geht. Aber momentan ist es so, dass, wenn wir von der Lagerzelle raus arbeiten, das nicht mehr alleine reicht, weil die Temperaturen so schnell steigen, dass wir die Schockzelle jetzt zusätzlich brauchen, was natürlich mit höheren Kosten verbunden ist." Aufgrund des erhöhten Strombedarfs plane man bereits, kommendes Jahr eine Photovoltaikanlage zu installieren“, sagte Desiree Marius-Hofmann, Geschäftsführerin der Innviertler Goldhaubenknödel.

Milchkühlung verursacht für Käserei enorme Kosten

Auch die Käserei Woerle in Henndorf (Flachgau) hat derzeit sehr hohe Aufwendungen durch die Kühlung der Milch, sagte Geschäftsführer Gerrit Woerle. „Wir haben unsere Kühlaggregate bereits entsprechend ausgelegt. Wir schauen, dass wir die Energien, die wir haben, doppelt nutzen. Und wir haben Gott sei Dank mit der Gemeinde Henndorf das Wasserthema in den Griff bekommen. Das stimmt uns positiv, obwohl es natürlich anstrengend ist bei diesen hohen Temperaturen.“ Zudem werde mit flexibleren Arbeitszeiten gegengesteuert.

Geringere Mengen Milch lieferbar

Die schwierige Situation der Landwirte durch Ernteausfälle und Futterknappheit aufgrund der Trockenheit wirke sich auch bereits auf die Milchlieferungen aus, die nun geringer ausfallen als sonst, ergänzte Woerle: „Einige Regionen sind besonders betroffen, in denen auch schon Bauern überlegen, gewisse Kühe abgeben zu müssen.“ Bei Woerle rechne man damit, dass im Herbst und Winter in etwa fünf Prozent weniger Milch für die Verarbeitung am Markt zu Verfügung stehen wird.

Hitze setzt Lebensmittelbetrieben zu

Die anhaltende Hitze macht auch vielen Firmen und Betrieben zu schaffen: Mehr Strom für Klimageräte, Kühlräume oder generell die Produktion sowie wetterbedingt angepasste Arbeitszeiten.

Hochbetrieb bei Eiserzeugern

Hochbetrieb und Freude über den heißen Sommer herrscht bei den Eiserzeugern im Land, wie etwa bei Daniel Ehrlinger, Geschäftsführer des Eiswerks in Mittergöming (Flachgau): „Die Absätze steigen deutlich.“ Der Sommer sei außergewöhnlich, weil es heuer noch keine wirklichen Kälteeinbrüche gegeben habe.

Im Betrieb werden zusätzliche Schichten eingelegt, Urlaube wurden verkürzt, es wird auf Hochtouren produziert, um Lieferketten einzuhalten. Seit zwei Jahren ist der Betrieb am ehemaligen Betriebsgelände der Oberndorfer Druckerei angesiedelt. Schon beim Umbau wurde auf Energieeffizienz gesetzt, so wird Die Abwärme der Kühlhäuser und Tiefkühlanlagen zur Warmwasseraufbereitung für Produktion und Reinigung genutzt.