Viele der 466 Kleinwasserkraftwerke, die es in Salzburg gibt, müssen wegen der anhaltenden Trockenheit immer wieder abgeschaltet werden, sagt deren Sprecherin Sophie Uitz: „Abhängig von den Pegelständen stehen manchmal stundenweise, manchmal tageweise und in manchen Fällen auch über mehrere Tage Wasserkraftwerke still. Sie dürfen nur in Betrieb sein, wenn genügend Restwasser abgegeben werden kann, also genug Wasser im Fluss verbleibt. Wenn zu wenig Zufluss vorhanden ist – so wie das jetzt vielfach der Fall ist – muss das Kraftwerk abgeschaltet werden.“ Auch starke Regenfälle, wie sie Ende dieser Woche gefallen sind, ändern an der angespannten Lage nichts. Nur tagelanger, ausgiebiger Regen würde Entspannung bringen.
„Erneuerbare Energieformen schwanken“
Lange Trockenperioden seien aber kein Grund, die Wirtschaftlichkeit von Kleinwasserkraftwerken generell zu hinterfragen, sagte Uitz – im Gegenteil. Denn was im Sommer an Niederschlag fehlt, kommt mittlerweile oft in Form von Regen im Winter und sorgt für hohe Spitzen bei der Stromerzeugung. Wichtiger sei, in allen Bereichen der Stromerzeugung gut aufgestellt zu sein: „Einzelne erneuerbare Energieformen schwanken – je nach vorhandenem Wasser und Wind und vorhandener Sonne. Was die Antwort darauf sein muss, ist, dass wir alles daran setzen müssen, einen resilienten Mix an erneuerbarer Stromerzeugung und intelligenter Netzinfrastruktur zu haben.“ Es sei deshalb dringend notwendig, die Infrastruktur für erneuerbare Energieerzeugung noch deutlich auszubauen.
Finanzielle Absicherung in Trockenperioden gefordert
Um die Kraftwerksbetreibenden in langen Trockenperioden zu unterstützen, solle die Politik über eine finanzielle Absicherung nachdenken, so Uitz. Sie betreibt selbst ein Kleinwasserkraftwerk im Lungau. „Bei Anlagen ab einem Megawatt wird in Österreich nach oben hin abgeschöpft. Nach unten gibt es momentan aber keine einheitliche Absicherung“, sagt sie. Das stelle viele Betreiber vor große finanzielle Herausforderungen.
Kleinwasserkraftwerke sind wichtiger Stromversorger
Von den 510 Wasserkraftwerken in Salzburg sind 466 Kleinwasserkaftwerke. Davon wiederum sind 250 Ökostromanlagen. Mit dem Strom, der dort erzeugt wird, können normalerweise über 250.000 Haushalte versorgt werden. Österreichweit können rund zehn Prozent des Strombedarfes durch Kleinwasserkaftanlagen gedeckt werden. Aktuell geht sich das allerdings nicht aus.