Dass alle sieben Glocken im Salzburger Dom gleichzeitig läuten, kommt nur an hohen kirchlichen Feiertagen vor. Die größte von ihnen befindet sich im Nordturm und wiegt alleine mehr als 14 Tonnen. Die übrigen sehs sind im Südturm verbaut. Eine spezielle Läuteordnung im Dom regelt, welche Glocken zum Einsatz kommen, erzählt der Sakristeidirektor Dietmar Koisser: „Welche Größe wir verwenden, richtet sich nach dem Tag, je nachdem ob ein Werktag, Sonn- oder Feiertag ist. An den großen kirchlichen Feiertagen läutet natürlich unsere größte Glocke, die Salvator-Glocke. Am Christtag läutet zum Beispiel alles, alle sieben Glocken. Am Stefanitag wird beispielsweise mit einer Glocke weniger geläutet.“
Glocken aus spezieller Bronze
Alle Glocken sind klangoptimiert aus spezieller Glockenbronze gefertigt. Manche stammen noch aus dem 17. Jahrhundert, damals wurde für die Neuerrichtung nach dem Dombrand ein großes barockes Geläute angeschafft. „Von diesem Vorgängergeläut sind heute noch zwei Glocken vorhanden, das sind die Frauen-Glocke und die Virgil-Glocke“, erzählt der Glockenreferent der Erzdiözese Salzburg, Josef Kral. „Mit Ausnahme der beiden barocken Glocken sind alle von einer Salzburger Gießerei.“
Pfarren sollen nach Sanierung 300 Jahre Ruhe haben
Als Glockenreferent ist Josef Kral vor allem für Sanierungsfälle verantwortlich, wie er erzählt: „Wenn irgendwo was zu machen ist am Turm – das betrifft nicht nur die Glocken selbst, sondern auch die Anlagen – muss man gemeinsam mit der Pfarre und den Firmen Lösungen erarbeiten, mit denen die Pfarre dann nach Möglichkeit wieder 300 Jahre lang zufrieden ist.“
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Das alte mechanische Uhrwerk ist heute vom elektrischen abgelöst worden, außer es schlägt einmal 13 – das passiert dann ausnahmsweise immer noch per Hand.
Große Glocke übernahm Rolle im „Jedermann“
Die Glocken sind auch schon zu weltlichen Anlässen zum Einsatz gekommen, etwa beim „Jedermann“ in der Festspielzeit. „Es ist jeweils ein Schlag auf der großen Domglocke gekommen, wenn die Todesfrist für den Jedermann beginnt und einmal, wenn die Frist dann abläuft. Da bin ich jedesmal mit dem Funkgerät im Turm gesessen und habe von der Regie bekommen: Jetzt die große Domglocke!“
32 Tonnen Glockengeläut bringen Dom zum Klingen
Glockenfans warten auf dem Domplatz
Mit 32 Tonnen Gesamtgewicht liegt das Geläut des Salzburger Doms weltweit im Spitzenfeld und zieht sogar Glockenfans an, freut sich Koisser: „Die findet man dann untem am Domplatz mit Aufnahmegeräten und die sind dann ganz aufgeregt, wenn das Gesamtgeläute zu hören ist.“