Ein Museumsbesuch bei 30 Grad – dafür entscheiden sich derzeit die wenigsten. Im Haus der Natur in der Stadt Salzburg ist an heißen Tagen spürbar wenig los, bestätigt der Direktor des Hauses, Robert Lindner: „Wir spüren die Hitzetage durchaus. Wir haben heuer ein eher unterdurchschnittliches Jahr. Das kommt sicherlich auch daher, dass – je nach Jahreszeit – bis zu zwei Drittel unserer Gäste aus Salzburg und der näheren Umgebung kommen. Und die überlegen sich bei Temperaturen jenseits der 30 Grad sicherlich zweimal, ob sie ins Museum gehen oder lieber baden.“

Konservierung nur mit „immer größerem Aufwand“ möglich

Die anhaltend hohen Temperaturen wirken sich aber nicht nur auf die Besucherzahlen, sondern auch auf die Ausstellungsstücke aus, so Lindner: „Wir haben in großen Teilen der Ausstellung keine Klimatisierung. Wir haben auch Probleme in den Sammlungen, wo wir es wirklich nur mit immer größerem Aufwand und – in Wirklichkeit auch weniger passend – schaffen, konservatorisch einwandfreie Klimabedingungen sicherzustellen.“

„Schwitzende Mauern geben Feuchtigkeit ab“

Weniger Publikum und konservatorische Herausforderungen – eine ähnliche Lage zeigt sich auch im Domquartier. Teile des Museums sind nicht klimatisiert, darunter auch das Dommuseum.

Zum eigentlichen Problem wird im Sommer aber nicht die Temperatur allein, erklärt Kurator Reinhard Gratz: „Mehr als die Temperatur ist für die Objekte die relative Feuchtigkeit ausschlaggebend, und die können wir steuern. Die Mauern schwitzen im Sommer und geben Feuchtigkeit in die Räume ab. Wir behelfen uns da mit Entfeuchtungsgeräten. In den Vitrinen herrscht ohnehin noch einmal ein anderes spezielles Klima.“

Mobile Belüftungsgeräte gleichen Schwankungen aus

Mit mobilen Geräten wirkt man den Schwankungen entgegen: Im Sommer wird entfeuchtet, im Winter befeuchtet. Eine flächendeckende Klimatechnik einzubauen ist sowohl im Dommuseum als auch im Haus der Natur schwierig – aus baulichen wie aus finanziellen Gründen.