Laut dem Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelineks stammen lediglich 2,3 Prozent der von 1920 bis 2026 bei den Salzburger Festspielen aufgeführten Werke von Frauen. Den Gründen dafür versucht die interdisziplinäre Veranstaltung des Elfriede-Jelinek-Forschungszentrums, der Universität Salzburg und der Universität Mozarteum nachzugehen. Es geht um Fragen der Kanonbildung, Programmpolitik, Machtstrukturen und kulturpolitischen Rahmenbedingungen.
Elfriede Jelinek und die Salzburger Festspiele
In Gesprächsrunden am Samstag geht es zunächst mit dem Komponisten Johannes Maria Staud und Regisseurin Amelie Niermeyer um Grundsätzliches und Vergangenes, am Nachmittag um „Elfriede Jelinek und die Salzburger Festspiele“. Brigitte Landes und Jossi Wieler geben Videostatements, Christa Gürtler, Margarete Lamb-Faffelberger und Salzburgs langjährige Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler erinnern sich an Konflikte und Skandale.
Am Sonntag thematisieren unter anderen Festwochen-Chef Milo Rau, Galerist Thaddaeus Ropac und Christian Kircher, Ex-Bundestheater-Holding-Geschäftsführer und nun Mitglied der Findungskommission für die künftige Festspiel-Spitze, Zukunftsideen für die Festspiele. Am Nachmittag spricht in Hallein als „Prolog“ zur Uraufführung Regisseur Nicolas Stemann über seine Annäherungen an Elfriede Jelinek. Journalistin Margarete Affenzeller, Reinhardt-Seminar-Leiterin Alexandra Althoff und Autorin Julya Rabinowich diskutieren weiters über „Festspielprogrammatik und Frauen*Präsenz“.