Für bereits abgestorbene Pflanzen würde selbst ergiebiger Regen nichts mehr bringen. Daher müsse man die Böden jetzt aktiv bearbeiten, neue Saaten ausbringen und auf Regen hoffen. Neuanlagen sollten unbedingt mit trockenheitstoleranten Grünlandpflanzen erfolgen.
„In Extremfällen wie diesem Jahr könnten Neuanlagen mit rasch wachsenden Kleearten oder Weidelgräser die Ernteausfälle zumindest teilweise abfedern. Diese Saat könnte noch in den nächsten Wochen ausgebracht werden", sagt der LWK-Grünlandreferent, Matthias Greisberger. Damit wäre man gerüstet, wenn Niederschlag kommt.
Das solle auch für Betriebe gelten, die an der ÖPUL-Maßnahme „Humuserhalt und Bodenschutz auf umbruchsfähigem Grünland (HBG)“ teilnehmen – ohne Prämienverlust. Allein im Flachgau betreffe dies zwei Drittel aller Betriebe, so Greisberger.
Befristete Aufhebung der Beschränkungen gefordert
Daher brauche es eine befristete Aufhebung des Verbots, auch Anfragen an das Landwirtschaftsministerium und die EU seien bereits gestellt worden. Hitzeresistentere Kleegrasmischungen seien zwar nicht in allen Teilen des Landes möglich, so Quehenberger. „Aber wo es möglich ist, würde das den Landwirten massiv helfen.“ Bereits heute habe man trockenheitsresistenten Pflanzenmischungen gut Erfahrungen gemacht und für betroffene Betriebe sei damit durchaus eine Ernte möglich, sagt Quehenberger.
Viele Landwirte haben sich auch freiwillig verpflichtet, Wiesen spät im Sommer zu mähen. Heuer sollen diese Naturschutzflächen jedoch vom Land sofort zur Bewirtschaftung freigegeben werden, ohne finanzielle Einbußen für die betroffenen Betriebe. So könnten in den kommenden Wochen, noch Futter eingefahren und Wiesen beweidet werden, um nicht auf Reserven zurückgreifen zu müssen, betont Quehenberger.