Die berühmten Grabendächer der Salzburger Altstadt sind zwar wichtiger Teil des Salzburger Kulturerbes. Sie heizen sich im Sommer aber extrem auf.

„Man muss sich neue Lösungen überlegen“

Schon am frühen Vormittag bei allgemein 23 Grad Außentemperatur in der Stadt kann es durch die Strahlungshitze beim Dach eines Innenstadthotels schon 45 Grad haben – und bald wesentlich mehr, sagt der Klimatechnik-Sachverständige Christian Zimmermann: „Je heißer die Luft zur Kühlung von außen angesaugt wird, desto schlechter ist der Wirkungsgrad. Umso mehr Strom muss ich hineinstecken, was wieder mehr Abwärme bedeutet. Da muss man sich neue Lösungen überlegen.“

Robustere Kältemittel auch gefährlicher

Herkömmliche Klimaanlagen mit getrennten Innen- und Außeneinheiten könnten bei mehr als 40 Grad im Freien kaum noch Wärme abtransportieren, betont der Experte. Sie stellen dann sogar automatisch ihren Betrieb ein, so der Fachmann: „Es gibt schon Kältemittel, die auch Temperaturen von mehr als 50 Grad aushalten. Aber man braucht dazu hohe Sicherheitsauflagen.“

Fotostrecke mit 6 Bildern

Abwärme für Warmwasser nutzen

In sehr dicht verbauten Innenstädten, wo keine Verdunstungskälte durch Pflanzen verfügbar ist, sollte die Abwärme der Klimaanlagen genutzt werden. Ein anderes Salzburger Altstadthotel wärmt damit schon das Wasser für den täglichen Bedarf, so Zimmermann: „Natürlich gibt es da Kosten zum Investieren, die um ein Vielfaches höher sind. Da geht es um ein paar Hunderttausend Euro. Da sollte die Politik solche Mikro-Verbünde ermöglichen, wo sich Leute zusammentun.“

Lockerung des Denkmalschutzes nötig

Neben politischen Weichenstellungen werde es in Städten wie Salzburg aber auch Lockerungen des Denkmalschutzes brauchen. Sonst sei effiziente Klimatisierung bei steigenden Temperaturen nicht mehr lange möglich, betont Zimmermann.