Der Naturschutzbund sieht Salzburgs Grünland massiv unter Druck. Kritisiert werden Änderungen beim Landesentwicklungsprogramm (LEP), dem Rahmen für die Raumplanung im ganzen Bundesland.
Besonders brisant sei: Bauen auf bereits bebauten Flächen hätte einfacher werden sollen – also etwa unten Betrieb, oben Wohnungen. Begründet wurde das damit, kein neues Grünland anzutasten. Genau diese Möglichkeit soll nun aber wegfallen. Naturschutzbund-Geschäftsführerin Ingrid Eichberger dazu: „Also einmalverbaute Böden bekommen wir nicht mehr zurück. Und gerade jetzt, in der Zeit der Trockenheit, sehen wir, wie wichtig das ist, dass wir nur unverbaute Flächen haben. Wie wichtig das für den Wasserhaushalt ist.“
Naturschutzbund sieht auch Grünland in der Stadt gefährdet
Gleichzeitig spreche das Land von mehr Spielraum für neue Betriebe – auch im Freiraum. Der Naturschutzbund verweist hier auf konkrete Flächen in der Stadt Salzburg, die im Zusammenhang mit dem dortigen neuen Räumlichen Entwicklungskonzept (REK) diskutiert würden. „Übersetzt bedeutet das, dass die Änderungen auf Landesebene einen direkten Einfluss haben auf die Grünlanddeklaration der Stadt Salzburg, die somit auch ausgehebelt werden kann“, so Eichberger. Konkret vorangetrieben würden Umwidmungen etwa beim Erdbeerland in Aigen, Flächen beim ehemaligen Kloster St. Josef und Bereiche beim Flughafen.
Fristen liegen mitten in den Ferien
Kritik gibt es auch daran, dass die Bürgerbeteiligungsfristen mitten in den Ferien liegen. Der Vorwurf: Die Bevölkerung werde zwar formal beteiligt, praktisch aber vor vollendete Tatsachen gestellt. Beim Landesprogramm läuft die Frist noch bis 20. August.
Landesrat weist Kritik zurück
Wohnbau- und Raumordnungslandesrat Martin Zauner (FPÖ) weist die Kritik des Naturschutzbundes zurück. Die Änderung des Landesentwicklungsprogramms habe keinen Einfluss auf die Grünlanddeklaration der Stadt Salzburg, diese liege ausschließlich im Wirkungsbereich der Stadt. Auch das Hörungsverfahren sei ordnungsgemäß und transparent abgelaufen.