Im heurigen Sommer hat sich in Salzburg die Zahl heißer Tage mit über 30 Grad im Vergleich zur Jahrtausendwende mehr als verdoppelt. Daniel Heidenthaler von der Abteilung für Grüne Ingenieurwissenschaften der FH Salzburg untersuchte das Kühlpotenzial von Gebäuden ohne Klimatisierung: „Ich kann sagen, dass man durch die Nachtlüftung den Kühlbedarf auf die Hälfte reduzieren kann. Wir nehmen als Grenzwert 26 Grad an, und das kann man durch nächtliches Lüften und ausreichende Verschattung erreichen. Einzelne Tage werden in Zukunft unvermeidbar bleiben, wo man die 26 Grad überschreitet, selbst wenn man perfekt lüftet und verschattet.“
Sonneneinstrahlung verringern
„Der erste Weg sollte immer sein, dass man versucht, durch bauliche Maßnahmen die Sonneneinstrahlung zu verhindern, zum Beispiel durch Dachvorstände, durch wohlüberlegte Fensterausrichtung, nicht zu große Fensterflächen, die haben auch einen großen Einfluss", so Heidenthaler. Passive Maßnahmen, wie zum Beispiel auch Jalousien, werden in der Studie zwar als effizient und notwendig bewertet, sind jedoch nicht ausreichend. Durch Kühlung über das Erdreich oder Grundwasser können Gebäude effizient gekühlt und zukunftsfit gestaltet werden, so die Experten.
Aktive Kühlung durch Grundwasser und Erdwärme
Heidenthaler empfiehlt zur aktiven Kühlung: „Wenn man in diese Richtung geht, da gibt es ganz klare Unterschiede, was sinnvoll, effizient und wirtschaftlich ist im Betrieb, und da ist einfach ein klassisches Klima-Split-Gerät klar im Nachteil gegenüber anderen Systemen. Wie zum Beispiel eine Wärmepumpe mit Erdwärmetauscher oder übers Grundwasser geführt, wo einfach die Kühlung quasi gratis durch das Erdreich und durch das kühle Grundwasser zur Verfügung steht, wo dann die Kühlung auch kaum etwas kostet."