Im Rahmen des Projekts wird das Carl-von-Stahl-Haus im Tennengau als Teststandort genutzt. Die Schutzhütte liegt auf mehr als 1.700 Metern Seehöhe zwischen dem Hagengebirge und Göllstock direkt an der Grenze zu Bayern. Dort wollen Forschende untersuchen, wie sich die neueste Generation von Wärmepumpen unter hochalpinen Bedingungen verhält.

Auf österreichischer Seite arbeitet die Forschungsgruppe „Adaption of Built Environments“ der FH Salzburg an dem Projekt. Sie ist dem Department Design und Green Engineering am Campus Kuchl zugeordnet. Die Projektleitung liegt bei der Technischen Hochschule Rosenheim in Deutschland.

Die besonderen Bedingungen im Hochgebirge gelten laut Projektteam als ideales Testumfeld. In dieser Höhe sei die Luft dünner und die Kältephasen deutlich länger als im Tal. Dadurch könnten Größe und Effizienz der Geräte unter realen Bedingungen untersucht werden. „Aktuell werden für die Strom- und Wärmegewinnung in den meisten Schutzhütten im Hochgebirge fossile Energieträger oder Holz verwendet.

Mit dem Interreg-Projekt wolle man eine Alternative für den Betrieb der Hütten nachweisen. Der Einsatz von Photovoltaik wird dabei im Rahmen der Entwicklung von Energiekonzepten mitgedacht“, sagte Michael Branz, Projektmitarbeiter der FH Salzburg. Projektpartner der Fachhochschule ist der österreichische Alpenverein.

Installation ab Frühjahr 2027 geplant

Die Wärmepumpe soll im Frühjahr 2027 am Stahlhaus installiert werden. Danach wollen die Forschenden den Betrieb wissenschaftlich begleiten und Monitoring-Daten auswerten. Die Datenerhebung ist über einen Zeitraum von zwei Jahren vorgesehen. Ziel sei es, aus den Ergebnissen einen Handlungsleitfaden für Hütten des Alpenvereins zu erstellen.

Dabei sollen laut Projektteam unterschiedliche Bedingungen einzelner Standorte berücksichtigt werden. Faktoren wie Lage oder Beschattung könnten entscheidend dafür sein, wie die Technologie eingesetzt werde. „Jeder Standort hat dabei seine individuellen Schwerpunkte – hinsichtlich Lage, Beschattung oder ähnlichem“, so Branz.

Besonders bei abgelegenen Schutzhütten spiele die Energieversorgung eine wichtige Rolle. Manche Hütten könnten nur aus der Luft versorgt werden. „Denn das Thema der Energieversorgung ist insbesondere im Hochgebirge essenziell, vor allem bei abgelegenen Hütten, die nur aus der Luft versorgt werden können. Ein Ziel unserer Forschungsarbeit ist es, zu einer CO₂-neutralen Energieversorgung auf dem Berg beizutragen“, so Branz weiter.

EU-Förderung für grenzüberschreitendes Projekt

Das Projekt „Heat4Alps“ wird über das EU-Programm Interreg unterstützt. Rund 284.000 Euro an Fördermitteln gehen dabei nach Salzburg. Interreg fördert grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Institutionen.

Salzburgs Landesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ), zuständig für Regionalentwicklung und EU-Regionalpolitik, sieht darin Chancen für weitere Projekte: „Interreg bietet die perfekten Rahmenbedingungen, um gemeinsam mit unseren Nachbarn konkrete Lösungen für die Region zu entwickeln.“