„Die Region scheint in eine Ära extremer Brandgefahr einzutreten“, schreiben Raúl Cordero von der niederländischen University of Groningen und Team in der im Fachblatt „Scientific Reports“ erschienenen Studie. „Feuerwetter“-Bedingungen seien durch hohe Temperaturen, niedrige Luftfeuchtigkeit, Trockenheit und starke Winde gekennzeichnet. Die Erderwärmung führe dazu, dass diese brandfördernden Bedingungen häufiger auftreten.

Der Anstieg extremer „Brandwetter“-Tage ist der Studie zufolge auf der Iberischen Halbinsel besonders ausgeprägt. In Teilen von Portugal und Spanien seien diese heißen, trockenen und windigen Bedingungen im Zeitraum von 1981 bis 2010 im Schnitt an weniger als zehn Sommertagen aufgetreten – im vergangenen Jahrzehnt wurden hingegen bis zu 25 solcher extremen Sommertage verzeichnet.

Weniger, aber heftigere Brände

Eine eher überraschende Erkenntnis der Studie: In Südeuropa gab es im vergangenen Jahrzehnt (2016-2025) im Schnitt weniger Brände als früher, und in den meisten Ländern war die Größe der verbrannten Fläche auch kleiner als in den 1980er Jahren. Die Autoren und Autorinnen der Studie vermuten, dass dies auf Verbesserungen im Waldbrandmanagement zurückzuführen ist, beispielsweise auf eine bessere Ausbildung der Feuerwehren, mehr Löschflugzeuge, mehr Brandschneisen und eine verbesserte Aufklärung der Öffentlichkeit.

Während die verbesserte Brandbekämpfung die Anzahl der Feuer und die verbrannte Fläche im Schnitt reduziert habe, führe dies gleichzeitig zu einer Ansammlung von Brennmaterial in der Landschaft. Dies begünstige zusammen mit den vom Klimawandel verschärften Wetterbedingungen die Entstehung von zwar selteneren, aber dafür stärkeren und unkontrollierbaren Megabränden. So sei beispielsweise in Spanien 2022 und 2025 signifikant mehr Fläche verbrannt als im jährlichen Durchschnitt des Zeitraums 1981 bis 2010.

„In Europa ist ein Trend zu intensiveren und größeren Ereignissen zu sehen“, heißt es in der Studie. Mögliche Maßnahmen, um solche Großfeuer zu verhindern: Vegetation gezielt und kontrolliert regelmäßig abbrennen sowie eine moderate statt eine maximale Brandbekämpfung.

Schutz der Menschen oberstes Ziel

„Waldbrände hat es schon immer gegeben. Doch heute werden sie durch den Klimawandel zusätzlich angefacht“, erklärte Peter Horne, Direktor des Klimaforschungszentrums Icarus an der Maynooth University in Irland, der nicht an der Studie beteiligt war. Die Hitzewellen in Südeuropa in diesem Jahr seien ohne die Erderwärmung praktisch unmöglich gewesen. „Sie haben die Landschaft in kürzester Zeit ausgetrocknet und ein wahres Pulverfass geschaffen: große Mengen ausgedörrter Vegetation, die ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Waldbränden bieten.“