Der Meteorit war 2011 in der Sahara Marokkos entdeckt worden und heißt offiziell deshalb auch „Northwest Africa (NWA) 7034“. Schon bald tauften Fachleute ihn “Black Beauty“ und entdeckten, dass er reichlich Wasser enthält.

Frühere Studien lieferten aber entweder nur Informationen über den Gesamtwassergehalt des Meteoriten oder beschränkten sich auf kleine, lokale Abschnitte. Sie gaben keinen Aufschluss darüber, wie sich wasserhaltige Mineralien im gesamten Meteoriten verteilen, heißt es in einer Aussendung des Schweizer Paul-Scherrer-Instituts (PSI).

Neutronen- und Röntgentomographie

Dies war der Ausgangspunkt für die neue Studie, die soeben in den „Geophysical Research Letters“ erschienen ist: Zum ersten Mal kombinierten Forscher dabei Neutronen- und Röntgentomographie, um einen zusammenhängenden Abschnitt des Meteoriten dreidimensional und zerstörungsfrei zu untersuchen.

Zwar wurde nur ein zwölf mal acht mal zwei Millimeter großer Abschnitt untersucht, doch das Verfahren ließe sich auch auf größere Proben anwenden. Es könnte künftig eine wichtige Rolle spielen, wenn Gesteinsproben von Marsmissionen oder anderen Himmelskörpern zur Erde zurückgebracht werden, wie das PSI schreibt.

Zeitkapsel aus der Marskruste

„Black Beauty“ ist kein einfaches, homogenes Gesteinsstück, sondern ein buntes Flickwerk aus sehr alten Krustenfragmenten. Dies ist vermutlich das Ergebnis mehrerer gewaltiger Einschläge auf dem Roten Planeten, bevor er selbst durch einen weiteren Einschlag aus der Marskruste geschlagen wurde und schließlich auf die Erde gelangt ist. Der Meteorit ist also eine Art geologische Zeitkapsel, die Material aus verschiedenen Epochen der Marskruste enthält – darunter die ältesten bekannten Gesteinsproben vom Roten Planeten.

„Die Wasserspuren sind nicht homogen über die Probe verteilt, sondern treten als konzentrierte, makroskopische Hotspots auf“, sagt die Marsgeologin und Studien-Mitautorin Katrine Wulff von der Universität Kopenhagen. „Diese Hotspots kommen vor allem in alten Gesteinsfragmenten vor – sie machen etwa elf Prozent des gesamten Wassergehalts der untersuchten Probe aus.“

Vermutlich schon sehr früh Wasser auf dem Mars

Dies deutet darauf hin, dass auf dem Mars bereits sehr früh in der Geschichte des Planeten Wasser vorhanden gewesen sein muss. Durch hochenergetische geologische Prozesse – wie vulkanische Aktivität oder Einschlagereignisse – könnte dieses Wasser mit dem Gestein reagiert und in Form von wasserhaltigen Mineralien erhalten geblieben sein. „Prozesse dieser Art beobachten wir auch auf der Erde“, sagt Wulff.