„Es ist eine große Ehre, heute hier zu sitzen. Mit der Vertragsunterschrift heute ist es ein sehr großer Tag für mich. Ich möchte mich bei allen bedanken, die das möglich gemacht haben“, kommentierte Klopp sein Engagement beim DFB.
Klopps Arbeitsverhältnis beginnt offiziell mit 15. August, der Vertrag läuft bis einschließlich der WM 2030. Als erste Aufgabe muss der Nachfolger von Nagelsmann die Qualifikation für die Europameisterschaft im Jahr 2028 schaffen.
Klopp war Wunschkandidat
DFB-Präsident Bernd Neuendorf bekräftigte, dass Klopp der absolute Wunschkandidat als Nachfolger von Nagelsmann war und freut sich auf die bevorstehende Zusammenarbeit.
„Wir haben ihn wahrgenommen als jemanden, der voller Energie ist und große Lust hat auf diese Aufgabe. Er ist ein großartiger Motivator und jemand, der Mannschaften und Spieler besser macht“, so Neuendorf.
Die Auflösung von Klopps Vertrag mit Red Bull sei eine „komplexe Thematik“ gewesen, berichtete Neuendorf. Man habe aber eine gute Lösung gefunden. Diese sieht eine Zahlung von einer Million Euro an die Stiftung des österreichischen Getränkeunternehmens vor. Zudem wird es in Leipzig drei Länderspiele bis 2030 geben.
Neuendorf bestätigte neben Klopp auch weitere Personalveränderungen. Per Mertesacker, Weltmeister von 2014, wird ab Jänner 2027 die Position des Sportgeschäftsführers übernehmen, auch im Trainerteam von Klopp wird es Neuerungen geben. Neben Peter Krawietz und Ex-Nationalspieler Sven Bender wird auch Ex-Salzburg-Coach Pepijn Lijnders zum Betreuerstab zählen.
Klopp will mit DFB-Team bekannte Spielidee umsetzen
Im Rahmen seiner Präsentation bekräftigte Klopp, dass er wieder eine Mannschaft entwickeln wolle, „die füreinander kämpft, die Freude am Fußball hat und hinter der sich die Menschen in unserem Land mit voller Überzeugung versammeln können“.
Der langjährige Erfolgscoach gab zudem einen Einblick in seine ohnehin von Mainz, Dortmund und Liverpool bekannte Spielidee. „Gegenpressing wird ein wichtiges Thema sein, eine stabile Formation, eine klare Fußballidee. Mit allen Unwägbarkeiten. Die Mannschaften, die das Turnier gewinnen konnten, haben hinten mit vier Mann gespielt. Das werden wir auch tun. Wir werden auch mit Flügeln spielen. Die Spielmacher der heutigen Generation sind auf dem Flügel“, erklärte Klopp.
Botschaft an die Medien
In seiner Antrittspressekonferenz in Frankfurt am Main sprach Klopp direkt eine Warnung an die Medien aus: „Wenn ihr euch danebenbenehmt oder meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg“, sagte Klopp.
„Wenn ihr morgen sagt, der ist scheiße, dann bin ich weg“, stellte der 59-Jährige klar und ergänzte, das müssten schon mehrere Kritiker sein, ein einzelner reiche da nicht. Er wolle dann auch keine Abfindung. „Ich mache das nicht gegen euch, sondern für euch.“
Klopp hatte zuvor seine Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, dass bereits in den vergangenen Wochen über Details zu seinem neuen Job berichtet wurde.
„Kloppo“ fühle sich allen Fußballfans verpflichtet, erklärte der 59-Jährige. „Ich hatte schon eine Ahnung, wie groß das Amt des Bundestrainers ist. Aber wenn man direkt damit in Verbindung gebracht wird, fühlt man die Größe und die Verantwortung noch mehr.“
Erfolgreiche Trainerlaufbahn
Klopp war bis 2024 Trainer des englischen Spitzenclubs FC Liverpool, davor hatte er in Deutschland Borussia Dortmund und den FSV Mainz trainiert. Zuletzt arbeitete Klopp für den Red-Bull-Konzern bei dessen internationalen Fußballaktivitäten.
Ende September und Anfang Oktober stehen für Klopp und die Nationalmannschaft vier Länderspiele an. Es geht am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande, danach folgen Spiele gegen Griechenland, Serbien und nochmals Griechenland.