Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Beschwerde der britischen Menschenrechtsorganisation FairSquare gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino abgelehnt und sich für nicht zuständig erklärt. FairSquare hatte Infantino vorgeworfen, er habe „wiederholt gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität verstoßen, indem er US-Präsident Donald Trump seine politische Unterstützung bekundete“.
Die Eingabe falle jedoch nicht in ihren Zuständigkeitsbereich, weil „jeder Fachverband unabhängig“ sei, teilte die IOC-Ethikkommission mit. Der FIFA-Chef gehört kraft seines Amtes dem IOC an, in dem er den internationalen Fußball vertritt. Der Eid, der für die Aufnahme zwingend ist, verpflichtet Mitglieder dazu, „unabhängig von kommerziellen und politischen Interessen“ zu handeln. FairSquare hatte schon im Dezember 2025 eine Beschwerde gegen Infantino eingereicht, nachdem dieser Trump einen FIFA-Friedenspreis verliehen hatte.
FairSquare: Fünf eindeutige Verstöße
Insgesamt gebe es fünf eindeutige Verstöße, für die es auch „überzeugende Beweise“ gebe, teilte FairSquare mit. Hintergrund ist unter anderem die aufgehobene Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun, der trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nicht für das Achtelfinale gegen Belgien aussetzen musste. Das hatte für Empörung in der Fußballwelt gesorgt.
Infantino hatte seinerseits die Unabhängigkeit der zuständigen Justizorgane der FIFA hervorgehoben. Die Gremien seien unabhängig und arbeiteten autonom, schrieb er in einer Stellungnahme zum Fall Balogun. Zudem wendeten sie den FIFA-Disziplinarkodex an und träfen ihre Entscheidungen ausschließlich auf der Grundlage der geltenden Regeln und der jeweiligen Faktenlage, beteuerte Infantino.