Mitten in die Vorbereitungstour der „Reds“ in den USA platzte die Nachricht, dass Ndukwe heuer an einen anderen Verein außerhalb des Vereinigten Königreichs verliehen werden muss. Erst am Samstag hatte der Verteidiger, der in der Austria-Akademie das Kicken erlernt hat, seinen Einstand bei Liverpool gegeben. Der 18-Jährige wurde in Nashville beim 4:2-Testspielsieg über Sunderland früh eingewechselt.
Seine ersten Premier-League-Minuten müssen allerdings noch auf sich warten lassen. Denn der Österreicher erhält für die kommende Saison kein Arbeitsvisum. „Das liegt am Regulativ in England, wo Spieler, die nicht aus England stammen, bestimmte Punkte erreichen müssen in einem Punktesystem, das relativ kompliziert ist“, klärt Ndukwes Manager Georg Lederer im ORF-Interview auf.
15 Punkte wären nötig gewesen, um aus Sicht der britischen Behörden auf der Insel als Fußballer „arbeiten“ zu dürfen. Die kamen für den jungen Wiener bei seinen sporadischen Einsätzen bei der Austria nicht zusammen – auch weil nicht alle Ligen gleich bewertet werden und die österreichische Meisterschaft in dieser Rechnung nicht zu den Topligen zählt. Lederer: „Es gibt da in verschiedenen Ländern unterschiedliche Einstufungen für das System in England.“
Manager klärt über Ndukwe-Zukunft auf
Nach dem erfolgreichen Liverpool-Debüt kam für Ifeanyi Ndukwe am Montag die Hiobsbotschaft: Der ÖFB-Kicker darf diese Saison nicht auf der Insel spielen. Der Grund ist eine Punkteregel für das Arbeitsvisum, die sich letzte Woche geändert hat. Manager Georg Lederer klärt im ORF-Gespräch auf.
Ausnahmeplätze reduziert
Die Frage, warum den Verantwortlichen bei Liverpool und im Umfeld des Youngsters dieser Stolperstein nicht bekannt war, lässt sich leicht beantworten: Zum Zeitpunkt des Sensationstransfers galt noch eine für Ndukwe vorteilhafte Sonderregel. „Es ist so, dass die Vereine in der Premier League in der Saison 2025/26 zwei Ausnahmeplätze hatten, wo man nicht diese Punktezahl erreichen musste. In der neuen Saison wird diese Extraregelung um einen Platz reduziert“, so Lederer.
Immerhin sei man bereits bei der Vertragsunterschrift „vorgewarnt worden, dass es Regeländerungen geben kann“. Auch wenn die Nachricht seinen Schützling wenig überraschend nicht erfreut hätte, habe Ndukwe sie laut Lederer „professionell“ aufgenommen. „Aber ich bin überzeugt, dass wir jetzt einen guten Leihverein finden, wo Ifeanyi auf sehr hohem Niveau Spielpraxis sammeln kann.“ Selbst eine Rückkehr zur Austria ist nicht ganz vom Tisch, allerdings würde eine Leihe in eine höher bewertete Liga mehr Punkte für das Arbeitsvisum bringen.
Laut Lederer liegt Liverpool auch viel daran, den österreichischen Youngster zu entwickeln und für die Profimannschaft fit zu machen. Die drei Millionen Euro Ablöse seien keine Investition aus Jux und Tollerei gewesen. „Er hat unglaublich gute Rezensionen von den Betreuern in Liverpool bis jetzt bekommen“, so der Manager. Auch das Feedback, dass er erhalten habe, sei „sehr, sehr gut“ gewesen. Sein Verhalten auf und abseits des Platzes sei vorbildlich. Und am wichtigsten: „Er ist unglaublich froh, da zu sein.“