„Aber da wird hoffentlich noch einiges Wasser die Donau runterfließen, bis da wirklich eine Entscheidung getroffen wird. In unserem Schreiben wollten wir nur mitteilen, dass es nicht unsere Strategie ist. Das Doppel soll weiter promotet werden. Vielleicht gibt es auch Wege, das Doppel interessanter zu machen, anstatt es gleich zu reduzieren“, so Melzer.

Mögliche Strategien: „Man muss die Teams promoten und dem Doppel eine gewisse mediale Aufmerksamkeit ermöglichen. Wenn die Leute wissen, wer mit wem und warum spielt, dann kann man das verfolgen. Ein bisschen Arbeit auf Social Media wäre auch wünschenswert. Wenn man sich die Posts von ATP anschaut und vergleicht mit dem Einzel, wundert es nicht, dass dem Doppel die Aufmerksamkeit fehlt.“

Melzer „nicht begeistert“ über Doppel-Reduktion

Die ATP möchte Doppel-Bewerbe offenbar reduzieren. ÖTV-Kapitän Jürgen Melzer zeigte sich im ORF-Interview von den Plänen „nicht begeistert“. Er brachte alternative Vorschläge ins Gespräch. Melzer meinte auch, dass in der Frage das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.

„Es wird im Doppel was passieren müssen, das steht außer Frage. Das Wie ist entscheidend“, sagte Melzer. Der ÖTV steht diesbezüglich laut dem Niederösterreicher mit mehreren Verbänden in Kontakt. „Mir persönlich tut der aktuelle Plan weh, das ist in jeder Hinsicht der falsche Weg“, so Melzer, der mit dem Deutschen Philipp Petzschner 2010 in Wimbledon und 2011 die US Open gewann.

Geplante Revolutionen …

Der Plan an sich habe ihn nicht überrascht, davon hatte er vernommen. „Ich habe die Buschtrommeln gehört, dass eine Revolution geplant ist. Ich war wahrscheinlich der Letzte, der beides gespielt hat, also Einzel und Doppel. Weil ich glaube, dass Doppel sehr guten Einfluss auf das Einzel haben kann. Auch in den österreichischen Clubs wird viel Doppel gespielt. Den Bewerb in dem Ausmaß einzuschneiden, wie im ersten Entwurf geplant, wäre der falsche Weg.“

„Und“, sagte Melzer, „ich glaube nicht, dass es so weit kommen wird.“ Der nun 45-Jährige gewann zu aktiven Tenniszeiten im Doppel mit verschiedenen Partnern insgesamt 17 ATP-Turniere und stand in der Doppel-Weltrangliste auf Platz sechs. Im Einzel kam Melzer bei fünf Turniersiegen als höchstes ATP-Ranking auf Platz acht.

Österreichs Newcomerin Lilli Tagger traut er als ÖTV-Sportdirektor und Beobachter aufgrund ihres Talents, ihrer Fortschritte als 18-Jähriger, der Einstellung zum Sport und dem höchst professionellen Umfeld u. a. mit der italienischen Trainerin Francesca Schiavone, French-Open-Siegerin von 2010, in absehbarer Zeit übrigens einen Grand-Slam-Turniersieg im Einzel zu.