Mit einem Porträtfoto und dem Schriftzug „Zidane“ verkündete der französische Verband am Dienstag auf „X“ die Einigung mit dem 54-jährigen früheren Mittelfeldstar. Der Nachfolger von Deschamps, der die Franzosen 2018 zum WM-Titel und vier Jahre später ins Finale gecoacht hatte, unterschrieb vorerst für vier Jahre. Damit ist Zidane vorerst für die EM 2026 und die WM-Endrunde 2030 verantwortlich.
„Ich habe es oft gesagt: Es gibt nichts Größeres als die französische Nationalmannschaft. Daher ist es eine Freude und natürlich eine große Ehre, Trainer dieser französischen Nationalmannschaft zu werden. Es ist aber auch eine Verantwortung“, so Zidane. Er habe in der jüngeren Vergangenheit die Nationalmannschaft immer aus den Augen eines künftigen Teamchefs betrachtet. „Deshalb habe ich auch keinen Club übernommen. Das Einzige, das ich nach Madrid tun wollte, war, das französische Nationalteam zu betreuen.“
Auf seine Handschrift angesprochen, wollte sich der frühere Edeltechniker nicht in die Karten blicken lassen: „Ihr werdet meinen Stil schon bald sehen“, sagte Zidane. „Ich war eine Nummer 10, was mich antreibt, ist, Tore zu erzielen.“ Er habe Jahre auf diesen Tag gewartet, sagte er noch einmal. „Ich bin emotional. Ihr könnt es nicht sehen, aber ich bin aufgeregt. Ich bin glücklich.“ Die Anstellung als neuer „Selectionneur“ beginnt offiziell Anfang September – gut drei Wochen vor dem Auftakt zur Nations League mit den Spielen gegen die Türkei, Belgien und Italien.
Ein Kopfstoß für die Ewigkeit
Als Spieler feierte Zidane an der Seite von Deschamps die Titel bei der WM 1998 und EM 2000. Im Jahr 2002 gewann er mit Real den Henkelpott in der europäischen Königsklasse. Dazu kommen unter anderem drei Meistertitel mit Juventus Turin (1997, 1998) und den Madrilenen (2003). Von 2016 bis 2018 und dann nochmal von 2019 bis 2021 trainierte er Real Madrid und gewann in der Zeit dreimal die Champions League sowie zweimal den spanischen Meistertitel.
Der in Marseille geborene Fußballer bestritt seine letzte Partie im WM-Finale 2006 in der deutschen Hauptstadt Berlin. Dabei sorgte er für einen der einprägsamsten Momente der Fußballgeschichte, als er seinen italienischen Gegenspieler Marco Materazzi nach einer Provokation in der Verlängerung per Kopfstoß niederstreckte. Zidane, der in der Anfangsphase das 1:0 erzielt hatte, flog mit Rot vom Platz – ohne ihn verlor Frankreich im Elfmeterschießen.
Nun folgt der Ausnahmekönner auf seinen ehemaligen Teamkapitän Deschamps, der nach der WM 2026 in Nordamerika seine 14-jährige Ära beendet hatte. Ein Happy End blieb ihm verwehrt: Die Franzosen verloren ihr Halbfinale gegen den späteren Champion Spanien und unterlagen dann im Spiel um Platz drei den Engländern. Nach dem WM-Titel 2018 waren Deschamps aber weitere Triumphe verwehrt. Bei der Heim-EM 2016 scheiterte Frankreich im Finale gegen Portugal, bei der WM 2022 im Endspiel gegen Argentinien.