Gegen Ende der vergangenen Erfolgssaison erklärte Kühbauer offen, dass ein Engagement im Ausland sein Ziel sei, vorerst bleibt der 55-jährige Burgenländer trotz seiner persönlichen Karrierekrönung als Meistertrainer aber in Linz, zumal spannende Angebote ausblieben.
Beim LASK hat Kühbauer zudem die vielleicht einmalige Chance, in der Ligaphase der Champions League mitzumischen. Zwei Spiele trennen die Athletiker vom Einzug, im Play-off Mitte/Ende August wäre Celtic Glasgow einer der möglichen Gegner, es könnten – beim Aufstieg der jeweiligen Clubs – auch Roter Stern Belgrad mit Marko Arnautovic, Dinamo Zagreb oder etwa Slovan Bratislava zugelost werden.
„Werden alles versuchen, dabei zu sein“
„Wenn du Champions-League-Quali spielst und es machbar ist, dann werden wir natürlich alles versuchen, dabei zu sein“, sagte Kühbauer jüngst in einem ORF-Interview. „Wir wissen aber, dass das schwierig wird.“ Sollten die Athletiker wie 2019 im Play-off scheitern, dann wäre ihnen aber ein Platz in der Ligaphase der Europa League sicher.
Klar ist damit schon jetzt, dass anders als in der Meistersaison mehr Spiele, weil internationale Partien, auf dem Programm stehen werden. „Wir haben eine Mehrfachbelastung“, meinte Kühbauer. „Da ist es entscheidend, einen guten Mix zu finden, eine gute Rotation. Wir müssen den Regenerationsmodus genau treffen. Die Spieler müssen uns mitteilen, wenn sie sich nicht hundertprozentig fit fühlen. Wir bekommen zwar verschiedene Werte von ihnen, trotzdem brauchen wir ihre Rückmeldung. Da müssen wir offen und ehrlich sprechen.“
Mannschaft bis auf Starspieler Kalajdzic gehalten
Bis auf Sasa Kalajdzic, der nach seiner für alle so erfolgreichen Leihe vorerst zu Wolverhampton zurückkehrt ist, und Modou Keba Cisse, dessen Wechsel zu Aston Villa schon länger festgestanden war, konnte Sportchef Dino Buric die Meistermannschaft halten. Bisher wurden u. a. Alessandro Schöpf, Ramiz Harakate und Robert Ljubicic geholt.
Harakate wird nach einem im ÖFB-Cup erlittenen Kreuzbandriss jedoch monatelang ausfallen, der Club muss im Offensivbereich nachjustieren. Weil Maximilian Entrup den Club nach wenigen Einsätzen Richtung Eintracht Braunschweig verlassen hat. „Sasa wird uns brutalst fehlen“, meinte Kühbauer, dessen Starspieler den LASK im Frühjahr mit insgesamt 18 Scorerpunkten zum ersten Double seit 1965 führte.
Kühbauer fordert weiteren Neuzugang
„Wir müssen unser Spiel sicher eine Spur verändern“, so der Burgenländer, der nach dem Ausfall von Harakate einen Neuzugang fordert, da auch Moses Usor noch nicht fit sei. „Wir sind nahe am Improvisieren. Uns fehlt nach wie vor ein Stürmer. Das ist keine Jammerei, das ist Fakt. Wir müssen alles überdenken, was Transfers betrifft“, so Kühbauer am Mittwoch, zwei Tage vor dem Bundesliga-Auftakt daheim gegen den GAK mit Ex-LASK-Spieler Peter Michorl.
Nach der Double-Saison ist für Kühbauer aber auch klar: „Wir dürfen uns selbst nicht unter Druck setzen. Der Anspruch ist nicht, wieder das Double zu holen.“ Favoriten sind andere, allen voran Salzburg. „Wir wissen dennoch, wo wir nach den ersten neun Spielen in der Vorsaison waren, und auch, dass die anderen Mannschaften nachgelassen haben“, sagte Meisterkapitän Sascha Horvath. „Aber wir wollen fit sein, und dann können wir alle ärgern“. Auch in der Champions League.