Das Duo Tiefenthaler/Swoboda kristallisierte sich in den Wintertests heraus, mit Platz vier im Juni zeigten sie beim Weltcup in Plowdiw bereits auf. „Die EM ist deutlich stärker besetzt, so ehrlich muss man sein“, sagte Tiefenthaler.
„Aber die absolute Endzeit war im internationalen Vergleich ziemlich gut – es war unser erster internationaler Wettkampf. Zu sehen, dass wir mit großen Nationen mitfahren können, war für die Trainer und natürlich auch für uns eine große Freude.“
Tiefenthaler vor nächstem Karriereschritt
Das Ziel ist Olympia 2028. Tiefenthaler wurde bei den Paris-Spielen 2024 mit der seither nicht mehr in Erscheinung getretenen Louisa Altenhuber im Leichtgewicht-Doppelzweier Zehnte, in zwei Jahren haben die Leichten aber nicht mehr Olympiastatus. Dennoch hatte sich Tiefenthaler dazu entschieden im leichten Einer zu sitzen. „Wir haben letztes Jahr in der offenen Altersklasse fast keine Mannschaft gehabt im Frauen-Bereich“, sagte die 26-Jährige. „Daher habe ich mich entschieden, noch eine Saison bei den Leichten um Medaillen mitzukämpfen.“
Mit dem EM-Titel und WM-Rang fünf ging das auch auf. Zudem konnte Tiefenthaler dabei schon mit dem Aufbau für ihre „schwere Karriere“ beginnen. Denn im leichten Einer darf eine Athletin zwei Kilogramm mehr wiegen als im leichten Doppelzweier. Mit Swoboda in den schweren Doppelzweier sei sie während eines Trainingslagers im Februar mehr zufällig zusammengekommen, erzählte Tiefenthaler. „Es hat sich dann in den ersten Regatten herauskristallisiert, dass das das schnellste Boot ist.“
Schöberl muss auf Einer umsteigen
Noch absolut keine Praxis im Einer hat hingegen Schöberl, und doch muss er bei den kommenden Saisonhöhepunkten in dieser Klasse antreten. Denn Lorenz Lindorfer als sein Partner im Doppelzweier verabschiedete sich vor einigen Wochen aus dem Projekt, der Oberösterreicher sattelte so notgedrungen auf den schweren Einer um.
„Jetzt habe ich alles durch von groß bis klein“, meinte Schöberl lachend in Bezug auf seinen Einsatz im Frühjahr im Oxford-Achter gegen Cambridge. „Eine optimale EM-Vorbereitung bedeutet etwas anderes.“ Nur kurz hatte er Zeit zum Einstimmen.
Nachdem die Suche nach einem für ihn passenden Boot erfolgreich abgeschlossen wurde, fühle er sich aber zumindest konkurrenzfähig: „Das Ziel ist, dort coole Rennen zu fahren.“ Dabei geht es unter 20 Booten vorerst um das Semifinale, im Gegensatz zu Swoboda/Tiefenthaler. Da in deren Klasse nur elf Boote genannt sind, fällt dieses aus. Jeweils die Top Zwei der beiden Läufe sowie die weiteren zwei Boote mit der nächstschnellsten Zeit kommen weiter.
Taktieren gibt es auch bei Schöberl nicht, um nicht ins C-Finale zu rutschen. „Das Feld ist sehr stark – Olympiasieger, Weltmeister. Ich werde ihnen hoffentlich zeigen können, dass ich auch mitspiele.“ Der 29-Jährige tendiert nun eher dazu, in Richtung Olympia beim Einer zu bleiben.
„Aber ich bin offen für alles, will einfach nur gewinnen und im schnellsten Boot sein – Einer, Doppelzweier, Zweier ohne. Bei den Spielen will ich am Start sein, das ist mein großes Ziel.“ Vorerst stehen aber die EM und WM an und dazwischen noch ein Trainingsblock. Schöberl: „Erholung von der EM geht sich da nicht aus.“