Konkret soll es heißen: „Sollten Sie diesen Fortschritt wünschen, steht Ihnen dieses 10-Milliarden-Dollar-Paket ab dem 1. Jänner 2027 zur Verfügung und leitet die nächste Phase unserer gemeinsamen Reise ein.“ Jährlich ginge es um eine Summe von 40 Mio. US-Dollar (35,19 Mio. Euro) pro Verband und damit viermal so viel wie bisher.
Und weiter: „Sollten Sie den Status quo beibehalten und diesen Vorschlag ablehnen wollen, steht Ihnen weiter unsere geplante Erweiterung des Forward-Programms um 2,7 Milliarden Dollar zur Verfügung, wie bereits vorgestellt.“ Der Beschluss soll mit einfacher Mehrheit gefasst werden. Während der Europäische Fußballverband (UEFA) Kritik am Vorhaben äußerte, zeigten sich die Verbände Asiens sowie Nord- und Mittelamerikas zumindest inhaltlich offen. Beide beschwerten sich allerdings, von den Plänen vorab nicht informiert gewesen zu sein.
Pröll: „Stehe Plänen ablehnend gegenüber“
Die UEFA soll laut Berichten diese Woche ein Dringlichkeitsmeeting planen. Es sei auch ein WM-Boykott möglich, wozu es aber kein UEFA-Statement gab. Josef Pröll sieht sich auf UEFA-Linie. „Ich stehe den Plänen ablehnend gegenüber“, teilte der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende der APA mit. „Mein Zugang geht zu 100 Prozent mit dem Statement der UEFA konform.“ Europas Verband ist der mächtigste Gegner der Pläne. „Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften.“
Kritik an Infantinos Fußballvermarktungsplänen
Die FIFA plant, Anteile an künftigen Bewerben an private Investoren zu verkaufen. Es ist ein Plan, der Präsident Gianni Infantino neuerlich mit US-Präsident Donald Trump zusammen bringen könnte, denn der Bruder von Trumps Schwiegersohn wäre einer der Investoren.
Es ist nicht das erste Mal, dass Infantino aktiv einen vorher nie erlebten Ausverkauf von FIFA-Rechten plant. Im November 2018 warb der Schweizer für einen Investorendeal für die Vermarktungsrechte an einer neuen Club-WM mit 24 Teams sowie einer globalen Nations League mit einem Finalturnier kontinentaler Champions. Es ging um die stolze Summe von 25 Milliarden Dollar. Damals scheiterte Infantino, auch wegen des Widerstands der von Präsident Aleksander Ceferin angeführten UEFA.
Infantino winkt wichtiger Posten
Diesmal nannte die FIFA einen Erlös von etwas mehr als vier Milliarden US-Dollar (3,52 Mrd. Euro). Ein solcher Schritt hätte außerdem einen anderen Effekt: Infantino könnte nach einer weiteren Periode als Präsident ab 2031 zum Geschäftsführer des neu zu gründenden Tochterunternehmens FFE werden und so nach 15 Jahren Amtszeit weiter mächtig im FIFA-Kosmos wirken.
Konkrete Änderungen für Fans kündigte die FIFA nicht an. Einem Bericht der „Times“ zufolge könnte ein solcher Deal den Druck erhöhen, das Feld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger als bisher auszutragen. Hintergrund ist das Geschäftsmodell solcher Beteiligungen: Die Investoren setzen darauf, dass die Erlöse der kommerziellen Gesellschaft steigen. Wachsen Umsatz und Unternehmenswert, steigt auch der Wert ihrer Beteiligung. Mehr Spiele oder mehr Turniere könnten für höhere Einnahmen sorgen.
Infantino: „Vorschlag keine Verpflichtung“
In einer am Mittwoch von der FIFA veröffentlichten Videobotschaft erklärte Infantino, die Idee zur Gründung einer Tochtergesellschaft für die Ausrichtung der WM sei lediglich ein Vorschlag, bei einer Genehmigung ließen sich dadurch bisher ungenutzte kommerzielle Potenziale erschließen. „Es ist Teil eines demokratischen Prozesses – eines Konsultationsverfahrens – und vor allem eine Chance, aber keine Verpflichtung“, sagte Infantino und fügte an, dass die WM stets unter der Kontrolle der FIFA und frei von Einflussnahme bleiben würde.