Das Resümee von Trainer Johannes Hoff Thorup fiel anschließend überwiegend positiv aus. Der Däne freute sich über „richtig schöne Tore“ und lobte seine Mannschaft vor allem für die Leistung im Spiel nach vorne. „Wir waren offensiv immer gefährlich“, meinte Thorup. „Ich mag die Bewegungen, die wir in der Offensive machen können, und die Möglichkeiten, die wir von der Bank haben.“
Dennoch sah der 37-Jährige auch weniger positive Aspekte. „In zehn Minuten der ersten Hälfte waren wir in der Abwehr nicht solide genug. In den letzten zehn Minuten sind wir auf 60 oder 70 Prozent runtergegangen“, meinte Thorup, dessen Team in der dritten Runde auf Paide Linameeskond aus Estland treffen wird.
Rapid nach Kantersieg in nächster Runde
Der SK Rapid hat sich in der zweiten Runde der Qualifikation zur UEFA Conference League mit einem Gesamtscore von 9:3 souverän gegen Santa Coloma durchgesetzt. Im Rückspiel feierten die Hütteldorfer, auch dank eines Triplepacks von Ercan Kara, einen 6:2-Kantersieg.
Kara in illustrem Kreis
Dass das ohne gravierende Folgen blieb, lag neben der mangelnden Qualität des Gegners auch an Kara. Der Stürmer stieß in einen illustren Kreis von nun zehn Spielern vor, die für Rapid in einem Europacup-Match dreimal oder öfter getroffen haben. Dazu zählen etwa Hans Krankl, Alfred Körner, Ernst Happel, Antonin Panenka, Guido Burgstaller und das aktuelle Kadermitglied Louis Schaub.
Kara: „Ball bekommt einen Ehrenplatz zu Hause“
Rapid-Stürmer Ercan Kara hat gegen den FC Santa Coloma aus Andorra drei Tore beim 6:2 seines Vereins erzielt. Somit wurde er zum Mann des Spieles. Im Interview meinte Kara, er werde den Matchball mit nach Hause nehmen.
Kara, der vor den Augen von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick auch noch einen Assist lieferte, meinte danach, er sei glücklich und werde „heute gut schlafen“. Die Vorfreude auf die kommenden Monate war dem 30-Jährigen deutlich anzumerken.
Zusammenhalt im Team
„Ich glaube, dass wir als Mannschaft viel enger zusammengerückt sind. Man sieht, dass jeder für den anderen rennt“, so Kara, der den starken Zusammenhalt in der Mannschaft hervorhob. „Ich liebe die Jungs, ich sehe sie mehr als meine Familie. Wir wollen einfach guten Fußball spielen, erfolgreich sein, und dafür arbeiten wir jeden Tag“, fügte der 30-Jährige hinzu.
Für den Goalgetter gab es Sonderlob von Thorup. „Die drei Tore sind sehr schön für ihn, aber ich freue mich noch viel mehr über die Arbeit, die er geleistet hat“, sagte der Trainer. Kara trat nicht nur als Torschütze in Erscheinung, sondern ging auch weite Wege, zeigte sich sprint- und zweikampffreudig – laut Thorup kein Zufall. „Er ist schon in einer ganz anderen Verfassung aus dem Urlaub zurückgekommen und arbeitet seit dem ersten Trainingstag sehr hart.“
Thorup hat die Qual der Wahl
Thorup ortete in seinem gesamten Kader eine „gute Energie. Die Spieler wollen füreinander kämpfen.“ Umso schwieriger dürften die Personalentscheidungen werden, die der 37-Jährige für den Ligaauftakt am Sonntag (19.00 Uhr) daheim gegen Altach zu treffen hat.
Als Einserstürmer gilt eigentlich der am Donnerstag nicht eingesetzte Neuzugang Tonni Adamsen, der aber auch eine Reihe hinter Kara agieren kann. Mit Jannes Horn, Yusuf Demir und Nikolaus Wurmbrand wurden weitere Profis mit Chancen auf die Startelf nur eingewechselt, zudem saß der ebenfalls hoch im Kurs stehende Jakob Schöller auf der Bank.
Conference League, Qualifikation, zweite Runde, Rückspiel
Mittwoch:
Rapid – Santa Coloma 6:2 (3:1)
Wien, Weststadion, 13.208, SR Kastrati (KOS)
1:0 Kara (10.)
2:0 Dahl (24.)
2:1 Guti (30.)
3:1 Kara (33.)
4:1 Cvetkovic (58.)
5:1 Kara (63.)
6:1 Wurmbrand (82.)
6:2 Abreu (87.)
Rapid: Hedl – Bolla, Cvetkovic, Raux-Yao, Auer (46./Horn) – Tilio (66./Gulliksen), Bajlicz, M. Seidl – Haidara (46./Y. Demir), Kara (78./Schaub), Dahl (72./Wurmbrand)
Santa Coloma: Alcaraz – Alex Rasines, Padila, Guti (72./San Nicolas), Andrade – Arjona, Barrenechea (54./Abreu), M. Lopez – Munoz (64./Cabral), G. Lopez (46./Villar), Alex Gomez (64./Michajlow)
Gelbe Karten: Bolla bzw. Alex Gomez, M. Lopez, Villar