Denn vor zwei Jahren in Belgrad heimsten Knoll/Lotfi synchron vom Turm EM-Gold ein, im Vorjahr gelang Knoll in Antalya ebenso aus 10 m Höhe mit Bronze der erste rot-weiß-rote Turm-EM-Medaillengewinn im Einzel seit Gold von Josef Staudinger 1931 in Paris.

„Ich habe nicht vor, mit dieser Serie aufzuhören“, meinte Knoll bei einem OSV-Medientermin vor dem Dienstag-Abflug nach Frankreich gut gelaunt. Seine Vorbereitung sei zwar wegen Knieproblemen nicht optimal verlaufen, „nichtsdestotrotz bin ich in sehr guter Form, in beiden meinen Bewerben ist alles möglich“, meinte Knoll.

Knoll hat noch eine Rechnung offen

Zurückgreifen kann der 21-Jährige auf seine Erfahrung im Olympic Aquatic Center. Als einziger des 22-köpfigen österreichischen EM-Teams hat Knoll vor zwei Jahren dort seine olympischen Wettkämpfe bestritten. „Da ist es bei mir aber nicht so gut gelaufen, da habe ich noch ein bisschen eine Rechnung offen. Die möchte ich jetzt begleichen.“

Er habe hart daran gearbeitet, sein Sprung-Programm schwieriger zu gestalten. Das Gold von Belgrad ist bei ihm dabei immer im Hinterkopf. „Das kann einem keiner mehr wegnehmen. Aber ich will noch mehr“, so der 21-Jährige.

Knoll/Lotfi wollen Coup wiederholen

Der Wiener tritt in beiden Turm-Bewerben an, im Synchron-Bewerb startet er erneut mit Lotfi. Dieser weiß, dass er und sein Partner die Latte selbst sehr hoch gelegt haben. „Einen Europameistertitel zu übertreffen, geht nicht.“ Klar sei aber das Ziel, den Coup noch einmal zu schaffen. Aber schon ein Top-Fünf-Platz „wäre wirklich gut“. Die Konkurrenz ist stark, zudem wurde den Russen wie 2025 auf WM- nun auch auf EM-Ebene das Comeback ermöglicht.

So wie Knoll hatte auch Lotfi mit Verletzungsproblemen zu kämpfen gehabt. Im Frühjahr erlitt er einen Ermüdungsbruch, allerdings habe dieser keinen Einfluss mehr auf sein Training oder seine Wettkampfleistungen. „Trotzdem freue ich mich, nach der EM für meine Beine ein bisschen eine Pause zu bekommen“, meinte Lotfi.

Schaller hat Leidensgeschichte hinter sich

Lotfis gesundheitliche Probleme sind jedenfalls nichts gegen jene, mit denen Schaller lange zu kämpfen hatte. Bei der Belgrad-EM im Juni 2024 war er als Sechster in seinem Paradebewerb 3 m noch sehr gut dabei, kurz darauf konnte er wegen einer Bandscheibenproblematik mit „relativ starken Schmerzen“ nur noch zuschauen.

„Ich war mir dazwischen nicht sicher, ob es wieder zurück in Richtung Leistungssport gehen wird“, meinte der 25-Jährige. Vor einem Jahr traten dann sukzessive Besserungen ein. Mit Rang sieben im Juni bei einem stark besetzten Meeting in Madrid gab es schließlich das lang ersehnte Erfolgserlebnis.

Schaller „hungrig auf mehr“

„Das macht hungrig auf mehr“, so Schaller, der aber ohne Druck in die EM gehen wolle. „Mein größtes Ziel diese Saison habe ich mit dem Comeback und Madrid erreicht. Was noch kommt, ist Bonus. Ich bin dankbar, wieder auf so einer so großen Bühne stehen zu dürfen.“

Körperlich sei er sogar so stark wie noch nie, wie Schaller meinte, die Verletzungspause habe ihm „auf einer gesamt-menschlichen Ebene sehr viel gebracht“. „Diese Erfahrung gemacht zu haben, macht mich vor allem mental um einiges stärker“, erklärte Schaller. „Ich habe sehr viel über mich lernen können und wie ich in solchen Stresssituationen funktioniere.“ Sein EM-Comeback gibt er vom 1- und 3-m-Brett.

OSV-Team