Vor 30 Jahren schaffte der FC Linz 1996 als Absteiger aus der Bundesliga den sofortigen Wiederaufstieg. Dieses Kunststück ist bis heute keinem Verein mehr gelungen. Ausgerechnet Nachfolgeclub Blau-Weiß Linz will diese Serie beenden, die schnellstmögliche Rückkehr in die Bundesliga wurde als Ziel ausgegeben.

Trainer Michael Köllner blieb trotz des Abstiegs im Amt. „Wenn man absteigt und unmittelbar nach Spielschluss keine Pfiffe bekommt, sondern starke Unterstützung erfährt, ist das schon was“, sagte der Deutsche. Auch, dass so viele Dauerkarten (3.000) verkauft wurden wie noch nie, sah er als „deutliches Signal der Fans. Das ist außergewöhnlich.“

Umbruch als Linzer Hausforderung

Blau-Weiß muss nach dem Abstieg allerdings ein neues Team aufbauen. Schlüsselspieler wie Simon Seidl, Shon Weissman und Alexander Briedl haben den Verein verlassen. „Wir haben 15 neue Spieler verpflichtet. An der Zahl kann man sich ausrechnen, ob Blau-Weiß Linz die Mannschaft ist, die vom ersten bis zum 30. Spieltag durchrennt. Oder gibt es andere Vereine, die stabilere Verhältnisse aus der letzten Saison übernehmen?“, merkte Köllner im ORF-Interview an.

Köllner: „Wollen in die Bundesliga zurück“

Blau-Weiß-Linz-Trainer Michael Köllner spricht im ORF-Interview über die Ziele des Bundesliga-Absteigers in der 2. Liga. Die Linzer haben große Änderungen am Kader vorgenommen. „Wir wollen in die Bundesliga zurück, die Frage ist, in welcher Zeitschiene kannst du das erledigen?“

Zu diesen Clubs zählt der SKN St. Pölten. Die Niederösterreicher waren vergangene Saison bis zum letzten Spieltag im Titelrennen, das bessere Ende hatte dann allerdings Austria Lustenau. „Der Großteil der Mannschaft ist geblieben“, sagte SKN-Trainer Cem Sekerlioglu gegenüber dem ORF. Einzelne Veränderungen wurden jedoch in der Offensive vorgenommen.

St. Pölten wieder hoch im Kurs

„14-mal in der letzten Saison zu null zu spielen ist schon eine Hausnummer“, so Sekerlioglu, der mit der Defensivleistung in der letzten Saison zufrieden war. Nun soll der SKN in der Offensive dank der Neuzugänge Jannik Wanner, Lukas Gabbichler und Jonathan Amon gefährlicher werden. Den Saisonauftakt bestreitet St. Pölten am Freitag mit dem ORF-Livespiel beim FAC (20.30 Uhr, ORF Sport +).

Spitzenspiel zum Zweitligaauftakt

Die 2. Liga startet mit sechs Partien in die neue Saison. Zum Auftakt trifft der FAC im Spitzenspiel auf Vorjahresvizemeister St. Pölten.

Die Floridsdorfer gehen in ihre 13. Zweitligasaison in Folge und haben letztes Jahr lange um den Aufstieg mitgespielt. Im Vorfeld des Duells mit dem SKN gibt FAC-Cheftrainer Mario Sonnleitner einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel aus. „Die Liga ist heuer stärker geworden, wir wollen ein stabiles Fundament schaffen.“

Vienna in Lauerstellung

Stadtrivale Vienna zählt hingegen zu den großen Titelfavoriten – zumindest wenn es nach den anderen Trainern geht. „Heuer steht die Entwicklung im Vordergrund. Wir haben einen großen Umbruch gehabt und wollen uns im ersten Drittel festigen“, lässt sich Neo-Trainer Patrick Enengl allerdings keine Kampfansage entlocken.

Admira Wacker bäckt vor dem Saisonstart kleinere Brötchen. Nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg steht bei Coach Harald Suchard die Veränderung im Vordergrund. „Uns ist allen klar, dass dieser Schritt nicht von heute auf morgen passiert. Wir spüren die Veränderung, die ist noch nicht abgeschlossen. Wir werden vermehrt auf junge Spieler aus der eigenen Akademie setzen und wollen uns mal stabilisieren.“

„Überraschungsgast“ Wacker Innsbruck?

Im Titelrennen sieht Suchard andere Teams. Der 49-Jährige rechnet neben Blau-Weiß Linz, St. Pölten und der Vienna auch mit einem „Überraschungsgast“. Dieser könnte Aufsteiger Wacker Innsbruck sein. Die Tiroler haben dank der Partnerschaft mit dem US-Club Los Angeles FC eine wirtschaftliche Stabilität, sportlich möchte der Traditionsverein in der 2. Liga Fuß fassen.

„Wir wollen eine wichtige Rolle in der Liga spielen. Ob es für ganz vorne reicht, werden die ersten Runden zeigen. Wir geben den Jungs Zeit“, sagt Trainer Sebastian Siller. Klar ist, dass Wacker der Liga zusätzlichen Glanz verleiht. Bereits in der Regionalliga besuchten die Heimspiele im Schnitt 3.000 Fans.

Admiral 2. Liga