Die Mannschaft von Meistertrainer Dietmar Kühbauer setzte dort fort, wo man 75 Tage zuvor mit dem Double-Gewinn aufgehört hatte. US-Stürmer Adeniran traf nach einer Jörgensen-Hereingabe per Kopf und erhöhte mit einem Elfmeter. Nach Seitenwechsel traf Lang mit einem Schuss ins Eck zum auch in der Höhe völlig verdienten Endstand. Die Gäste waren alleine in der Torschussbilanz mit 3:23 klar unterlegen.
Die Linzer schossen sich dafür nach dem 7:0 im Cup gegen Kalsdorf bei Temperaturen über 30 Grad langsam warm für den Europacup. Bereits am Montag blickt der LASK gespannt nach Nyon, wo das Play-off der Champions League ausgelost wird. Neben Celtic Glasgow und AEK Athen könnten die Oberösterreicher Mitte/Ende August unter anderem auch auf Roter Stern Belgrad mit ÖFB-Star Marko Arnautovic treffen.
LASK startet mit klarem Heimsieg
Meister LASK ist mit einem klaren Heimsieg in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Die Linzer setzten sich gegen den GAK mit 3:0 durch, Samuel Adeniran traf dabei zweimal.
Erstes Spiel als Titelverteidiger seit 61 Jahren
Mehr als zwei Monate nachdem Kapitän Sascha Horvath in Wien den Meisterteller in die Höhe gestemmt hat, bestritt der LASK sein erstes Spiel in der Bundesliga als Titelverteidiger. Das war zuletzt 1965, also mittlerweile vor 61 Jahren, der Fall. Für dieses nicht alltägliche Ereignis hatte sich der harte Fankern natürlich etwas einfallen lassen. „Wie der Phönix aus der Asche“ war zu lesen, der Meisterteller und Cuppokal zu sehen und im Refrain „Der LASK ist wieder Meister“ zu hören.
Nicht mehr zu sehen war Sasa Kalajdzic. Der Schlüsselspieler in der Double-Saison mit 18 Scorerpunkten im Frühjahr, der Fußball-Österreich auch bei der WM verzückte („Bist. Du. Deppat.“), kehrte zurück zum englischen Premier-League-Absteiger Wolverhampton, der ihn nach Linz verliehen hatte. Mit Verteidiger Modou Keba Cisse (Aston Villa) kam ein zweiter Stammspieler der Vorsaison abhanden, der Rest blieb in Linz. Das galt auch für Meistertrainer Kühbauer, dessen Wunsch nach einem Auslandsengagement vorerst unerfüllt blieb.
Der 55-Jährige forderte vor dem Auftaktspiel in der Bundesliga noch einmal offensiv(e) Neuzugänge, nachdem sich Ramiz Harakate – im Sommer vom GAK gekommen – beim Kantersieg in Kalsdorf im Cup einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Bis zum Play-off in der Königsklasse dürfte Meisterarchitekt Dino Buric auch noch einen weiteren Angreifer präsentieren, für den Bundesliga-Auftakt reichte der aktuelle Kader, garniert mit dem Neuzugang Robert Ljubicic von AEK Athen.
Apropos AEK: GAK-Goalie Stankovic, der zuletzt zwei Jahre kein Ligaspiel bestritten hat und nach seinem Engagement in Athen ein Jahr vereinslos war, gab nach mehr als fünf Jahren sein Comeback in Östereich. Mit Salzburg hatte der 33-Jährige sechs Meistertitel geholt.
Meister im Hitzekessel drückend überlegen
Bei knackigen 33 Grad zum Anpfiff in der nicht ganz vollen Raiffeisen Arena auf dem Linzer Froschberg waren die Gastgeber drückend überlegen. Adeniran prüfte zunächst den neuen Grazer Goalie (7.), ehe Kasper Jörgensen (12.) und Adeniran (14.) verfehlten. Erstmals brenzlig wurde es nach einem Tornich-Traumpass, den Christoph Lang etwas unorthodox an Stankovic vorbei an die Stange setzen konnte (15.).
Fünf Minuten später war es dann aber so weit: Nach einem satten Schuss von Andres Andrade, der bei der WM in Nordamerika mit Panama in der Gruppenphase ausgeschieden war, wehrte Stankovic noch ab, via Jörgensen kam der Ball aber noch einmal in die Mitte, und Adeniran köpfelte zur völlig verdienten Führung der Linzer ein (20.).
Horvath gab zwei Minuten später den nächsten Distanzschuss ab, wieder konnte sich Stankovic (22.) auszeichnen. Es folgte die von der WM bekannte Trinkpause, die an diesem heißen Sommertag wirklich auch ihre Berechtigung hatte. Dem bis dahin und danach harmlosen GAK, mit der früheren LASK-Ikone Michorl, dem Sprechchöre von Linzer Seite gewidmet wurden, nützte diese Pause allerdings nichts.
Im Gegenteil: GAK-Verteidiger Donovan Pines vertändelte am eigenen Sechzehner das Leder und konnte Krystof Danek nur noch mit einem Foul bremsen. Adeniran übernahm Verantwortung, verlud Stankovic und traf halblinks zum 2:0 für die Oberösterreicher (29.). Das war auch der Pausenstand, nachdem der LASK in der ersten Hälfte den Fuß vom Gaspedal genommen hatte, gegen die Grazer aber auch nichts zuließ.
Lang vollendet zum verdienten Endstand
Nach der Pause ging es in der gleichen Tonart weiter: Danek verfehlte das Tor (46.), Stankovic wehrte einen Kopfball von Andrade ab (56.). Lang provozierte erfolglos ein Torraubfoul von Pines (61.), ehe Adeniran seine Chance auf einen Triplepack vergab. Es folgte ein Dreifachtausch samt Debüt von WM-Augenzeuge Alessandro Schöpf.
Nach dem ersten Abschluss des GAK auf das Tor durch Alexander Hofleitner (77.) eroberte der eingewechselte Melayro Bogarde den Ball und bediente Lang, der nach einem Haken im Strafraum satt ins rechte Eck vollendete (79.). Während der LASK meisterlich in die neue Saison startete, haben die Steirer noch Aufholbedarf – das zeigte auch die kläglich vergebene Möglichkeit von Anthony Smits aus kurzer Distanz.
Der LASK gewann das dritte Duell in Folge mit den Grazern. Nach Spielende wurde Stankovic noch von einem Gegenstand am Kopf getroffen, Michorl brachte seinen erzürnten Teamkollegen weg.
Stimmen zum Spiel:
Dietmar Kühbauer (LASK-Trainer): „Natürlich sind wir froh, dass wir das erste Spiel gewonnen haben. Die Jungs haben es ganz gut gemacht. Auch wenn der GAK versucht hat, tief zu stehen, haben wir Lösungen gefunden. Wir haben es hinten hinaus vielleicht verpasst, dass es noch höher ausfallen kann. Da waren wir ein bisschen ungenau, wenn ich eine leise Kritik übe. Aber wir haben einen Dreier eingefahren mit einer guten Leistung, also kann man da drüber hinwegsehen.“
Ferdinand Feldhofer (GAK-Trainer): „Der LASK hat von Anfang an sehr seriös, sehr druckvoll gespielt. Sie waren klar überlegen. Wir konnten keine Entlastung praktizieren, weil wir keine Bälle gehalten haben. Wir haben uns viel vorgenommen. Wenn der Gegner so dominant auftritt und gefühlt auf jeder Position jedes Duell gewinnt, dann zermürbt dich das. Dann findest du nicht das nötige Selbstvertrauen. Das ist in der ersten Hälfte der Fall gewesen. Wir sind zu spät ins Spiel gekommen.“
Admiral Bundesliga, erste Runde
Freitag:
LASK – GAK 3:0 (2:0)
Linz, Raiffeisen-Arena, 13.241 SR Gishamer
Torfolge:
1:0 Adeniran (20.)
2:0 Adeniran (29./Elfmeter)
3:0 Lange (79.)
LASK: Jungwirth – Mbuyamba, Tornich, Andrade – Jörgensen, R. Ljubicic (67./Bogarde), Horvath, Bello (87./Dibango) – Danek (67./Schöpf) – Adeniran (67./Usor), Lang (81./Kane)
GAK: Stankovic – Owusu, Pines, Oberleitner (87./P. Markovic) – Hermesh (71./Anderson) – Gragger, Michorl, Lichtenberger (79./Grosse), Klassen – Maderner (71./Smits), Hofleitner
Gelbe Karten: keine bzw. Pines, Klassen