Die Partie vor 2.230 Fans auf einem Rasen, der vom Zweitligamatch am Vortag zwischen Wacker Innsbruck und Schwarz-Weiß Bregenz deutlich in Mitleidenschaft gezogen war, hatte in der Anfangsphase keine Highlights zu bieten. Die erste vielversprechende Gelegenheit fand WSG-Kapitän Lukas Hinterseer nach rund 20 Minuten vor, sein Drehschuss vom Fünfereck flog knapp am langen Eck vorbei (21.).
In der 26. Minute wurde auch Sturm vor dem gegnerischen Tor erstmals vorstellig: Ein Abschluss von Simon Seidl von der Strafraumgrenze zischte aber über die Latte. Drei Minuten später hebelte Jon Gorenc Stankovic mit einem weiten Pass die Tiroler Defensive aus, Emran Soglo war auf der linken Seite völlig frei und spielte flach zur Mitte, wo Wlodarczyk nur noch ins leere Tor vollenden musste.
Sturm bei Gegentor unaufmerksam
Die WSG antwortete mit einem Kopfball von Nikolai Baden Frederiksen über die Latte (32.), hatte aber ansonsten in dieser Phase wenig zu melden – bis zur 42. Minute. Gorenc Stankovic wurde gerade außerhalb des Platzes behandelt, die Sturm-Defensive wirkte unkonzentriert, und Olakigbe zog unbedrängt in den Sechzehner. Dort ließ er Albert Vallci stehen und fügte den Grazern mit einem Schuss ins lange Eck das erste Gegentor der laufenden Saison zu.
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Sturm-Profis zwar den Druck, liefen aber mit einer bemerkenswerten Regelmäßigkeit ins Abseits. Mit Fortdauer der Partie wurden die Gäste zwingender – Seedy Jatta scheiterte an WSG-Keeper Salko Hamzic (71.), der ebenfalls eingewechselte Gizo Mamageishvili traf die Stange (73.), und Axel Kayombo zielte am langen Eck vorbei (79.).
Dazwischen nahm Schiedsrichter Stefan Ebner einen vermeintlichen Handselfer für Sturm nach Sichtung der VAR-Bilder berechtigterweise zurück. Auch im Finish kämpfte Sturm vergeblich um das Siegestor. Eine Seidl-Chance wurde von Hamzic zunichtegemacht (92.), womit die Generalprobe für das Drittrundenhinspiel in der Champions-League-Qualifikation am Mittwoch bei Fenerbahce für die Grazer nicht nach Wunsch verlief.
Stimmen zum Spiel:
Philipp Semlic (Trainer WSG Tirol): „Es war eine gute Leistung vom Kämpferischen, von der Einsatzbereitschaft und vom Teamspirit her. In der zweiten Hälfte waren wir immer mehr in der Defensive, haben den Gegner aber oft ins Abseits laufen lassen. Gegen Sturm einen Punkt zu machen, spricht nicht nur für die Moral, sondern auch für das Ganzheitliche. Für uns war heute nicht mehr drin, so ehrlich muss man sein. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Hamzic hat großes Potenzial. Er wird sicher noch Fehler machen, aber die kann er bei uns machen.“
Fabio Ingolitsch (Trainer Sturm Graz): „Das 1:1 fühlt sich nicht gut an. Es ist fast ein Rätsel, wie wir es geschafft haben, dieses Spiel nicht zu gewinnen. Die Effizienz der letzten Wochen haben wir heute nicht an den Tag legen können, deswegen tut es richtig weh. Das sind ganz klar zwei verlorene Punkte. Wir haben es nicht geschafft, dem Gegner den Stecker zu ziehen. Das ist mehr an uns gelegen als an der WSG.“
Admiral Bundesliga, erste Runde
Samstag:
WSG Tirol – SK Sturm Graz 1:1 (1:1)
Innsbruck, Tivoli Stadion Tirol, 2.230, SR Ebner
Torfolge:
0:1 Wlodarczyk (29.)
1:1 Olakigbe (42.)
WSG: Hamzic – Murray, Boras, Kubatta (85./ D. Gugganig), Gschösser – Satin, Celic – Balic (75./ Goiginger), Baden Frederiksen (75./ Ola-Adebomi), Olakigbe (85./ Bambara) – Hinterseer (89. Falkner)
Sturm: Chudjakow – Heil, Vallci, Koller (90./ Mitchell), Soglo (65./ Balbo) – Fosso, Gorenc Stankovic – Beganovic (65./ Jatta), S. Seidl, Hödl (72./ Mamageischwili) – Wlodarczyk (72./ Kayombo)
Gelbe Karten: Gschösser bzw. S. Seidl, Hödl, Soglo, Fosso