Der Salzburger lag zur Rennhälfte sogar im absoluten Spitzenfeld mit den Medaillengewinnern, am Ende setzten sich die Routiniers mit starken Sprints durch. Karl fehlten aber nur 24 Sekunden auf eine Medaille, dementsprechend zufrieden zeigte sich der 24-Jährige.

„Es war wieder einmal das beste Ergebnis eines Österreichers im Freiwasser. Damit bin ich sehr happy. Es hat nicht viel gefehlt auf den Sieger, ich habe wieder eine gute Vorstellung geboten, und ich bin überglücklich“, so Karl. Im Spitzenfeld dabei zu sein „beflügelt total.“

„Kann immer wieder vorne mitschwimmen“

„Ich glaube, ich habe mich nochmal verbessert im Vergleich zum letzten Jahr. Ich habe an meinem Speed arbeiten können, damit ich unter dem Rennen mit Zwischensprints immer wieder in die Top Ten reinschwimmen kann. Das war das Ziel , dass wir uns in die Position bringen können, vorne dabei zu sein. Das ist uns gelungen“, so Karl.

Alle Zweifel und Befürchtungen wegen Strömung und Wasserqualität der Seine wurden zudem am Dienstag zerstreut: „Ich glaube, viele bessere Kurse wie hier gibt es nicht. Direkt neben dem Eiffelturm, direkt in der Seine, in Paris direkt im Zentrum, alle Leute können zuschauen, die es interessiert. Nur so bringt man den Freiwassersport auf das nächste Level. Es war eine super Veranstaltung“, sagte Karl.

Bereits am Mittwoch geht es weiter mit dem nächsten Rennen über fünf Kilometer, ein weiteres Topergebnis sei das Ziel. „Wenn ich wieder in diesem Bereich schwimmen könnte, wäre das sehr gut. Ich habe heute bewiesen, dass ich den Speed dazu habe. Das große Ziel war über die zehn Kilometer in die Top Zehn, das haben wir erreicht.“

Steiler Aufstieg in Open-Water-Szene

Karl hat in der Open-Water-Szene einen steilen Aufstieg hingelegt. 2024 wurde der Salzburger bei seinem EM-Debüt Elfter, 2025 bei seiner WM-Premiere Fünfter. Perspektivisch liegt Karls Fokus auf der Olympiaqualifikation für Los Angeles 2028. Deswegen nimmt Karl auch alle Bewerbe mit. In der kommenden Woche wird Karl zudem auch noch im Aquatic Center über 800 und 1.500 Meter antreten.

Italienerin gewinnt Gold bei den Frauen

Bei den Frauen sicherte sich die Italienerin Ginevra Taddeucci in 2:07:49,9 Stunden den EM-Titel. Silber ging mit 9,7 Sekunden Rückstand an Viktoria Mihalycari Farkas aus Ungarn, Bronze sicherte sich die Italienerin Linda Caponi (+13,5). Eine österreichische Athletin war nicht am Start. Am Mittwoch (10.00 Uhr/Männer bzw. 14.30 Uhr/Frauen, live in ORF Sport +) stehen die fünf Kilometer und am Freitag das Knock-out-Rennen über drei Kilometer auf dem Programm.