Derzeit regiert beim Oberösterreicher aber leise Zuversicht. „Wir sind aber drauf und dran, dass das besser wird. Ob es reicht für die Europameisterschaft, das werden wir dann am Donnerstag entscheiden und dann wirklich schauen, dass man wirklich vorne mitkämpft.“ Nur bei der EM dabei zu sein, sei jetzt „nicht das Ziel“.

Weißhaidinger unterzieht sich derzeit in Wien einer Therapie und hat gute Leute um sich, „die wirklich schauen, dass wir das wieder hinkriegen. Und es wird besser. Zwar nicht ganz so schnell, wie ich mir sonst erhofft habe, aber ein bisschen Zeit ist noch.“

Trainingsleistungen geben Zuversicht

Der Vizeeuropameister will „Schritt für Schritt“ schauen, „wo es geht, wo es nicht geht, auch vom Training her“. Er habe heuer im Training immer gute Leistungen gehabt, auch „wenn es kein einfaches Jahr“ war. „Wir sind wirklich gut dabei, nur die letzten zwei, drei Prozent, die haben vielleicht einmal gefehlt.“ Wichtig seien die Grundstruktur, die Werte und die Zubringerleistung (Kraftwerte, spezielle Kraftwerte, Geschwindigkeitswerte, Sprungwerte). „Das passt alles.“

Weißhaidinger bangt um EM-Start

In weniger als einer Woche starten in Birmingham die Leichtathletik-Europameisterschaften. Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger musste die Generalprobe in Arndorf aufgrund von Rückenproblemen auslassen. Der 34-Jährige sprach im ORF-Interview über seinen derzeitigen Gesundheitszustand.

Die Saisonbestleistung des 34-Jährigen steht bei 67 Metern, erzielt Anfang Mai in Schwechat. Am Dienstag versuchte Weißhaidinger Drehbewegungen mit dem Diskus, das funktionierte gut. In Birmingham hofft er, „den besten Wettkampf der Saison“ zu machen. „Das ist auf alle Fälle im Tank!“

Trainer Högler beruhigt

Weißhaidingers Erfolgstrainer Gregor Högler rechnete im ORF-Interview mit einem Start seines Schützlings – Hexenschuss hin oder her. „Also ich sehe es nicht ganz so tragisch. Also natürlich, es fehlt ein bisschen was an der Bewegung, aber wir sind sehr erfahren, und es ist nicht das erste Mal. Natürlich, kurz vor einer Europameisterschaft gibt es etwas Besseres, aber wie gesagt, wir haben noch einige Tage, und es wird von Tag zu Tag besser. Deswegen glaube ich, wir kriegen es hin.“

Der ehemalige Speerwerfer setzt auf die Erfahrung und Routine Weißhaidingers: „Wir machen alles, aber es schaut gut aus.“ Favoriten sind für Högler der litauische Weltrekordler Mykolas Alekna (75,56 m) und Weltmeister Daniel Stahl aus Schweden.

Der Kreis der Titelanwärter ist aber größer: „Es wären wahrscheinlich acht bis zehn Leute, die Medaillen werfen können. Es sind sehr viele erfahrene Athleten, und der Diskuswurf ist sicher der internationalste bei der Europameisterschaft, weil alle von der Welt, die vorne sind, auch bei der Europameisterschaft starten“, so Högler. Weißhaidinger hat Alekna und Stahl in der Vergangenheit schon geschlagen, eine Prognose wollte der Oberösterreicher nicht abgeben: „Man kann im Vorfeld oft schwer sagen, wie sich so ein Wettkampf entwickelt.“

ÖLV-Rekordteam für EM nominiert

Der Österreichische Leichtathletikverband hat für die EM ein 24-köpfiges Rekordaufgebot nominiert. So viele rot-weiß-rote Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab es bisher nur 1954 in Bern. Durch Direktlimits qualifiziert waren neben Weißhaidinger unter anderen Caroline Bredlinger (800 m), Christania Williams (100 m), Julia Mayer (Marathon), Anja Dlauhy (400 m Hürden) sowie Endiorass Kingley (Dreisprung) und Enzo Diessl (110 m Hürden).

Aufgrund ausreichender Ranglistenplatzierungen sind unter anderem Verena Mayr (Siebenkampf), Susanne Gogl-Walli (400 m), Markus Fuchs (100 m) und Andreas Vojta (Marathon) dabei. Trotz Qualifikation nicht an den Start gehen werden die schwangere Speerwurf-Titelverteidigerin Victoria Hudson, die Marathonläufer Aaron Gruen und Mario Bauernfeind sowie Stabhochspringerin Lilyana Carlson.