Kurz vor der von FIFA-Boss Gianni Infantino am Mittwoch einberufenen Krisensitzung in Marokko sieht sich der Fußballweltverband mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Der Chef des jordanischen Verbandes, Prinz Ali bin al-Hussein, behauptet, dass seinen Teamspielern in den vergangenen Monaten von der FIFA Gelder vorenthalten worden seien.
„Bis mir während der WM mündlich mitgeteilt wurde, dass es unserem Fußballverband sehr helfen würde, wenn ich Infantino unterstütze“, schrieb Hussein auf der Plattform X. „Wir haben ihn bisher nicht unterstützt und werden das auch jetzt ganz sicher nicht tun“, stellte der Prinz klar.
„Aber die gesamte Situation läuft auf Erpressung hinaus, und wir weigern uns, das zuzulassen“, sagte der 50-Jährige, der 2016 im Rennen um die FIFA-Präsidentschaft Infantino unterlegen war. Als Zweitplatzierte des FIFA Arab Cups im Dezember 2025 stünde Jordanien noch ein Preisgeld zu, das Medienberichten zufolge 4,2 Millionen Dollar (3,65 Mio. Euro) beträgt.
Infantino beruft FIFA-Notfallsitzung ein
Laut britischen Medien trifft sich Infantino am Mittwoch in Rabat zu einer Notfallsitzung. Über den Inhalt der Gespräche wurde im Vorfeld nichts bekannt. Wie die BBC berichtete, sollen unter anderem Generalsekretär Mattias Grafström und Finanzchef Thomas Peyer an der Sitzung teilnehmen.
Der Schwede Grafström hatte zuletzt angesichts des gescheiterten Plans zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren in einer internen Mail an FIFA-Mitarbeiter eine „traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen“ sowie einen „Aufruhr“ beklagt.
Die aktuelle Krise könnte das Ende von Infantinos inzwischen zehnjähriger Amtszeit als FIFA-Präsident bedeuten. Nach Abschluss der WM in den USA, Mexiko und Kanada vor zweieinhalb Wochen schien seine erneute Wiederwahl beim Kongress Mitte März 2027 in Rabat noch alternativlos zu sein.