Bendeguz Bolla erzielte per Elfmeter die Führung für Rapid (5.), ehe die Esten kurz vor der Pause dank Daniel Luts (41.) den Ausgleich bejubelten. In der Schlussviertelstunde brachten Moulaye Haidara (83., 94.) und Petter Nosa Dahl (85.) die Wiener auf die Siegerstraße. Das Rückspiel steigt kommenden Mittwoch in Wien (18.00 Uhr, live in ORF1).
Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup nahm sechs Änderungen gegenüber dem 1:0-Heimsieg in der Liga gegen Altach vor. In die Startelf rückten unter anderem Louis Schaub, Tobias Gulliksen und Nikolaus Wurmbrand. Letzterer hatte gleich in der zweiten Minute maßgeblichen Anteil am perfekten Start der Hütteldorfer.
Strafstoß für Rapid nach Handspiel (3.)
Bolla verwertete einen Handelfmeter für Rapid.
Paide-Innenverteidiger Victor Hugo fälschte eine Wurmbrand-Flanke mit der Hand ab – Schiedsrichter Danilo Nikolic zeigte nach VAR-Intervention auf den Punkt. Den Elfmeter verwertete Bolla souverän zum 1:0 (5.). Die Rapidler zeigten sich in der Folge in der Defensive fehleranfällig, nennenswerte Torchancen der Esten blieben allerdings in der Anfangsphase aus.
Rapid mit mehr Ballbesitz
Im Nationalstadion in Tallinn – das Heimstadion von Paide ist mit einem Fassungsvermögen von rund 500 Fans zu klein – hatten die Gäste aus Wien mehr Ballbesitz. Nach einem Distanzschuss von Neuzugang Tonni Adamsen (22.) setzte Marco Tilio in der 34. Minute einen Stanglpass von Jonas Auer knapp neben das Tor. Das frühe 1:0 und die Feldüberlegenheit konnte die Thorup-Elf aber kaum in gefährliche Strafraumszenen ummünzen – und wurde dafür kurz vor der Pause bestraft.
Bei einem Eckball der Esten herrschte Verwirrung im Rapid-Strafraum, nach einem Lattenpendler staubte Luts aus wenigen Metern zum Ausgleich ab (41.). Nur kurze Zeit später hatte Abdourahman Badamosi sogar das 2:1 für den Underdog am Fuß, doch Torhüter Niklas Hedl war zur Stelle.
Luts trifft zum Ausgleich (41.)
Paide jubelte kurz vor der Pause über das 1:1.
Hütteldorfer in zweiter Hälfte harmlos
Nach dem Seitenwechsel blieb die Reaktion von Rapid aus, denn es entwickelte sich eine offene Partie, in der auch Paide gefährlicher wurde. Die Wiener hatten hingegen weiter große Mühe, um gegen den Außenseiter zu Torchancen zu kommen.
In der 71. Minute profitierte der eingewechselte Yusuf Demir beinahe von einem Fehler der Esten im Spielaufbau, sein Abschluss auf das Tor von Ebrima Jarju fiel allerdings zu zentral aus. Wenige Augenblicke später prüfte Paide-Flügelspieler Pa Modou Sohna Hedl mit einem Abschluss aufs kurze Eck (74.).
Späte Erlösung für Rapid
Rapid näherte sich aber mit langsamen Schritten dem erneuten Führungstreffer. Zuerst beförderte Adamsen in der 78. Minute den Ball nach einem abgefälschten Schaub-Abschluss aus spitzem Winkel in Richtung Outlinie, später leitete er das 2:1 mit einem sehenswerten Pass ein. Paide-Keeper Jarju war zwar noch vor dem freigespielten Demir am Ball, doch Haidara stand goldrichtig und traf zur Führung (83.).
Haidara brachte Rapid auf die Siegerstraße
Nur zwei Minuten später verwertete „Joker“ Dahl eine Hereingabe von Bolla zum 3:1. Mit dem Schlusspfiff vollendete Haidara eine schöne Kombination der Rapidler zum 4:1-Endstand (90.+4) und stellte die Weichen auf Aufstieg.
Stimmen zum Spiel:
Johannes Hoff Thorup (Rapid-Trainer): „Wir hatten das Spiel unter Kontrolle. Wir haben vereinzelt Kontersituationen zugelassen und wir haben das Momentum etwas verloren. Aber im Großen und Ganzen waren wir oft am Ball und haben die Chancen kreiert, die wir benötigt haben. Wenn wir den Gegner unter Druck setzen, dann fallen die Tore spät. Ich freue mich, dass das den Einwechselspielern gelungen ist. Sie haben neue Energie und Qualität ins Spiel gebracht.“
Matthias Seidl (Rapid-Kapitän): „Wir hätten es früher klarmachen können. In der ersten Hälfte hatten wir viele gute Aktionen, haben es aber nicht geschafft, das 2:0 zu machen. Wir hatten jetzt aber auch nicht viele Topchancen, das muss man ehrlich sagen. Das 1:1 kommt dann ein bisschen aus dem Nichts. Dann hat es eine Zeit gedauert, bis wir einen Gang hochgeschalten haben, damit wir das Spiel für uns entscheiden. Am Ende war es ganz wichtig, dass es noch ein klarer Sieg wird.“
Conference-League-Qualifikation, dritte Runde
Donnerstag:
Paide Linnameeskond – Rapid 1:4 (1:1)
Tallinn, Lilleküla Stadion; SR Nikloic (SRB)
Torfolge:
0:1 Bolla (5./Elfmeter)
1:1 Luts (41.)
1:2 Haidara (83.)
1:3 Dahl (85.)
1:4 Haidara (90.+4)
Paide: Jarju – Tur, Baranov (80./Andrade), Victor Hugo, Lilander – Miller, Hoim, Cabral (58./Ojamaa) – Luts (80./Jobarteh), Badamosi (66./Anier), Sohna
Rapid: Hedl – Bolla (87./Roka), Cvetkovic, Raux-Yao, Auer – Gulliksen (69./Y. Demir), M. Seidl, Schaub (69./Bajlicz), Tilio (59./Dahl) – Adamsen, Wurmbrand (69./Haidara)
Gelbe Karten: Hoim bzw. Bolla
Rückspiel am Mittwoch (18.00 Uhr, live in ORF1) in Wien
Auf den Aufsteiger wartet im Play-off der Verlierer des Duells Benfica Lissabon gegen Heart of Midlothian. Das Hinspiel gewann Benfica mit 6:1.