„Wir haben im richtigen Moment wieder ein ‚Joker‘-Tor erzielt, das spricht auch für die Qualität der Bank“, sagte Röhl. In der 64. und 70. Minute hatte er mit vier Wechseln die gesamte Offensive neu aufgestellt und damit für einen wichtigen Impuls gesorgt. Tabakovic war letztlich nach einem geblockten ersten Versuch mit einem Nachschuss erfolgreich. „So etwas funktioniert nur, wenn die Mannschaft immer bis zum Schluss daran glaubt, ein Tor zu erzielen. Die Jungs hören zu und arbeiten hart für den Erfolg“, sagte Röhl.

Tabakovic sprach von einem „guten“ Spiel. Man sei sehr dominant und gut im Gegenpressing gewesen. Das Spiel im letzten Drittel war hingegen ausbaufähig. „Das ist auch das Schwierigste“, meinte Tabakovic. Sein Treffer machte seinem Team die Aufgabe etwas leichter.

„Es ist gut, dass wir das eine Tor noch geschossen haben. Es ist immer so, dass man als Stürmer an Toren gemessen wird, aber ich war vor allem happy für die Mannschaft nach der Leistung“, sagte der 32-jährige Bosnier. Seine Truppe wurde von Pafos-Kapitän David Luiz als „unglaublich starkes“ Team gelobt.

In dem war auch Christian Zawieschitzky ein Erfolgsgarant, der dem auf ihn zulaufenden Brasilianer Lele sehenswert den Ball vom Fuß nahm (61.). „Ich habe alles reingehaut und bin froh, dass ich es gelöst habe“, sagte der Nachfolger von Alexander Schlager als Einsertormann. Laut Röhl habe der 19-Jährige in einer „Schlüsselsituation hervorragend reagiert“.

Zweistündige Unterbrechung

Positiv gingen die Salzburger auch mit der Gesamtsituation um. Nach 14 Minuten hatte es aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes wegen des starken Regens eine fast zweistündige Unterbrechung gegeben. „Ich glaube, es war mein längster Europacup-Abend, ein sehr intensiver, es ist sehr viel passiert“, resümierte Geschäftsführer Stephan Reiter.

Er hatte viel Lob parat. „Man sieht, dass die Mannschaft sehr engagiert und auf einem sehr guten Weg ist. Tormaschinerie sind wir aber noch keine“, resümierte Reiter. Sehr positive Worte fand er auch für das für den Rasen zuständige Team. „Es ist toll, wenn man sieht, wie gut der Platz jetzt wieder beieinander ist, wie schnell das Wasser abgeronnen ist.“ Aufgrund von Lacken vor allem im Strafraum hatte vor dem Wiederanpfiff noch vieles auf eine Absage hingedeutet. Die wollte aber auch die UEFA aufgrund des am Mittwoch anstehenden Supercups vermeiden.

Verletzungen trüben Freude

Röhl nutzte die Pause, um die erste Viertelstunde mit seiner Truppe zu analysieren. „Es war eine neue Erfahrung für uns alle, final haben wir es hervorragend gemacht“, sagte Salzburgs Trainer. Auch für Tabakovic war es „Neuland“ und ein „bisschen komisch“. Schließlich müsse man als Vollprofi aber zur rechten Zeit wieder hochfahren. „Das haben wir geschafft.“

Doch es gab nicht nur gute Nachrichten, der Verletzungsteufel schlug ordentlich zu. Aguilar brach sich den Unterarm, wurde bereits am Freitag operiert und fällt mehrere Wochen aus. „Das hat schlimm ausgesehen, seine Verletzung ist ein großer Wermutstropfen“, sagte Röhl, der den Erfolg daher Aguilar widmete.

Daneben schieden mit Edmund Baidoo, Soumaila Diabate und Damir Redzic weitere Akteure angeschlagen aus. „Wir wollen aber nicht jammern, haben einen Kader, der in der Lage ist, das zu kompensieren.“ Gefordert ist der schon wieder am Sonntag in der Liga beim WAC. Das Rückspiel in Limassol folgt am Donnerstag (19.00 Uhr).

„Es ist noch nicht durch, dort wird es noch sehr schwer“, sagte Tabakovic. Röhl erwartete einen „heißen Tanz“. Man habe aber die nötigen Tools, um weiterzukommen. Gewarnt sind die Salzburger, da Pafos in der zweiten Runde nach einem Hinspiel-0:2 gegen Hajduk Split zu Hause mit einem 4:0 nach Verlängerung noch den Aufstieg geschafft hatte.