„Wie erwartet war es heute ein harter Kampf mit einer extrem anspruchsvollen Etappe und einem sehr steilen Schlussanstieg – so wie man ihn nur in Spanien findet“, sagte Gall, der sämtliche Angriffe seiner Verfolger in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigte, nach der mehr als gelungenen Generalprobe für die Vuelta a Espana. Vor allem Onley und Giulio Ciccone setzten auf der letzten Etappe im Finish immer wieder Nadelstiche und attackierten das violette Trikot des Führenden.
„Oscar (Onley, Anm.) und Giulio (Ciccone, Anm.) sind super starke Fahrer, es war ein harter Kampf, aber wir haben das als Team gut gemeistert und ich bin froh, dass es geklappt hat. Ich habe diese Woche viel Selbstvertrauen gewonnen, jetzt werde ich ein paar ruhige Tage zu Hause verbringen, bevor es zur Vuelta geht“, sagte Gall. Sein bisher einziger Gesamtwertungserfolg bei einem Etappenrennen datiert aus dem Jahr 2019, als der damalige Jungprofi die viertägige Istrian Spring Trophy gewann.
Gall gewinnt Burgos-Rundfahrt
Radprofi Felix Gall hat die Burgos-Rundfahrt gewonnen. Der Osttiroler kam auf der letzten Etappe in einem spannenden Finale als Dritter ins Ziel und sicherte sich damit den Gesamtsieg. Für Gall ist es der zweite Triumph bei einem Etappenrennen in seiner Karriere.
Hochspannung bis zur Ziellinie
Den Tagessieg bei einer spannenden Entscheidung sicherte sich der Italiener Giulio Pellizzari, der sich rund zwei Kilometer vor dem Ziel aus einer Ausreißergruppe mit Gall abgesetzt hatte, vom Österreicher und Onley aber fast noch eingeholt wurde. Der Italiener Ciccone, der als Gesamtzweiter mit sechs Sekunden Rückstand in die Schlussetappe gegangen war, kam unmittelbar hinter Gall ins Ziel und fiel auf den dritten Gesamtrang zurück. Sein Rückstand betrug am Ende zwölf Sekunden.
Gall hatte die Führung bei der Burgos-Rundfahrt am Donnerstag mit seinem ersten Etappensieg seit dem Königsetappentriumph bei der Tour de France im Juli 2023 übernommen. „Ich gewinne nicht sehr oft, es ist erst mein dritter Profisieg. Ich hoffe, dass ich das Führungstrikot behalten kann, weil das das Ziel ist, aber zuallererst bin ich einfach nur glücklich über den Sieg“, hatte der Giro-Zweite nach seinem Sieg gesagt.
Gelungene Generalprobe für Vuelta a Espana
Im heurigen Mai fuhr Gall mit fünf zweiten Etappenplätzen und auch Gesamtrang zwei hinter Jonas Vingegaard bereits einen herausragenden Giro d’Italia. Daran knüpfte er bei seinem Wiedereinstieg ins Renngeschehen – in Abwesenheit der großen Stars – nahtlos an. Nun kann der Wahlsalzburger mit viel Selbstvertrauen in Richtung der in zwei Wochen beginnenden Vuelta blicken.
Abgesehen von Überflieger Tadej Pogacar muss er bei der letzten Grand-Tour des Jahres keinen Konkurrenten fürchten. Einige Asse werden bei der Vuelta nur wenige Wochen nach der Tour fehlen, andere wie der viermalige Gesamtsieger Primoz Roglic nach einem Trainingsunfall sollten nicht in Topverfassung sein.