Die Niederösterreicherinnen machten es in der SKN-Arena in St. Pölten gegen die favorisierten Portugiesinnen in einer dramatischen Partie spannend. Nachdem beide Teams die Entscheidung in der regulären Spielzeit trotz einiger Großchancen ausgelassen hatten, ging es torlos in die Verlängerung.

Dort traf zunächst Fanny Vago zur Führung der Gastgeberinnen (94.), Telma Encarnacao gelang in der 111. Minute aber der Ausgleich, sie rettete die Gäste in das Elfmeterschießen. Während alle vier angetretenen St. Pöltnerinnen dort trafen, versagten den Sporting-Damen die Nerven: Jeneva Gray setzte ihren Versuch an die Latte, Agata Filipa scheiterte beim entscheidenden Penalty an der starken SKN-Torfrau Carina Schlüter.

Nach Elferkrimi: SKN St. Pölten stürmt ins CL-Play-off

Nach der Wiener Austria zieht auch St. Pölten ins Play-off der Qualifikation zur UEFA Women’s Champions League ein. Die SKN-Frauen setzten sich in einem Elferkrimi gegen Sporting Lissabon durch, nach 120 Minuten stand es zuvor 1:1. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Kapitänin Jennifer Klein.

Austrianerinnen erwischen Traumstart

Die Austrianerinnen, die sich beim Miniturnier im ersten Spiel am Mittwoch gegen Hajduk Split mit 3:2 (3:1) durchgesetzt hatten, erwischten wie schon gegen den kroatischen Titelträger auch gegen Farul Constanta aus Rumänien einen echten Traumstart und lagen bereits nach vier Minuten mit 2:0 voran. Verena Hanshaw traf aus 18 Metern infolge eines Corners ins Kreuzeck (2.). Kurz darauf legte Assistgeberin Modesta Uka nach Vorarbeit von Yvonne Weilharter mit einem flachen Abschluss ins lange Eck den zweiten Treffer nach.

Nach der Pause stellte die Auswahl von Coach Stefan Kenesei die Weichen mit einem weiteren Doppelschlag endgültig auf Aufstieg in das Play-off. Zunächst legte Uka nach Foul von Louise Schöffel im Strafraum per Elfmeter ihren zweiten Treffer nach (61.), fünf Minuten später erhöhte Elisa Pfattner mit einem platzierten Schuss ins lange Eck auf 4:0. Den 5:0-Endstand fixierte Weilharter in der 75. Minute. Ihr Schuss wurde noch entscheidend abgefälscht, zudem patzte Torfrau Lilian Awuor.

Bis zum Schluss „ein souveränes Spiel“

„Der Beginn war ähnlich ambitioniert wie am Mittwoch, mit dem Unterschied, dass wir diesmal nicht nachgelassen haben und das Spiel 90 Minuten lang dominiert haben. So kommt dann ein 5:0-Sieg zustande“, resümierte Kenesei. Weilharter sah es ähnlich: „Es war diesmal von der ersten bis zur letzten Minute ein souveränes Spiel.“

Die Austria ist wie vergangene Saison in der dritte Qualirunde vertreten, damals war gegen Paris FC knapp das Aus gekommen. „Es ist richtig cool, dass wir die Q3 wieder erreicht haben. Aber das wird kein Spaziergang, uns erwartet eine richtig harte Nuss“, sagte Kenesei. Durch den Meisterweg wird diese am Papier aber um einiges leichter sein als 2025. „Mit unserer Qualität ist sehr viel möglich, wir wollen den großen Wurf schaffen“, ergänzte der Austria-Coach.

St. Pölten bietet Sporting die Stirn

Young-Boys-Bern-Bezwinger St. Pölten hielt das Geschehen gegen Sporting in der regulären Spielzeit ziemlich offen, hatte allerdings Glück, dass die Gäste die Partie im Finish nicht für sich entschieden. In der Verlängerung staubte Fanni Vago (94.) aus kurzer Distanz zur SKN-Führung ab, nachdem Alma Aagaard zuvor die Stange getroffen hatte. Die Gastgeberinnen zogen sich danach nur noch zurück und wurden bestraft.

Telma Encarnacao (112.) nutzte ihre vierte Chance zum verdienten Ausgleich. Das 1:1 hielt SKN-Torfrau Schlüter mit einer Parade fest. Im Elfmeterschießen verwerteten Victoria Laino, Magdalena Rukavina, Vago und Kapitänin Jennifer Klein souverän. Bei Sporting flatterten die Nerven. Jeneva Gray scheiterte an der Latte, Agata Pimenta an Schlüter.

„Was wir als Team geleistet haben, war der Wahnsinn, Bombe. Wie wir gekämpft und auch mit dem Ball gespielt haben, war großes Kino. Damit haben wir es uns verdient, in der Champions League weiter präsent zu sein“, sagte Schlüter im ORF-Interview.

Spannung vor Play-off-Auslosung

Während die Austria damit weiter von der ersten und St. Pölten von einer weiteren CL-Teilnahme träumen darf, spielen Farul Constanta und Sporting CP in der Qualifikation für den Europacup weiter. Den Gegner erfahren die beiden ÖFB-Clubs am Dienstag bei der Auslosung in Nyon. Gespielt wird die dritte Runde am 26. August und 2. September.

Die Wienerinnen befinden sich dabei im laut Papierform leichteren Meisterweg. St. Pölten müsste für die fünfte Teilnahme an der Gruppen- oder Ligaphase in Folge hingegen eine Sensation schaffen, könnten doch Kaliber wie Real Madrid, Paris St. Germain und VfL Wolfsburg warten.