In der 62. Minute bewies Sturm-Coach Fabio Ingolitsch das richtige Gespür, indem er Mainz-Leihspieler Weiper und BW-Linz-Neuzugang Simon Seidl einwechselte. In der 69. sorgte Weiper per Kopf für die 1:0-Führung und in der 81. für den Endstand, jeweils nach Vorarbeit von Seidl. Während die Grazer, die zum Auftakt mit 1:1 bei WSG Tirol gespielt hatten, nun bei vier Punkten halten, sind die Oststeirer unter Trainerrückkehrer Markus Schopp weiter ohne Zähler.
Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch verzichtete nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde der Champions League am Mittwoch bei Fenerbahce Istanbul auf eine große Rotation. Mit Luis Balbo und Gizo Mamageishvili durften sich zwei Akteure neu in der Startelf versuchen, Emran Soglo und Simon Seidl blieben vorerst auf der Bank, spielten in der Folge aber in der Entstehung der Tore tragende Rollen.
Ehrung für Heil vor Spiel gegen Ex-Team
Beginnen durfte auch Ex-TSV-Urgestein Jürgen Heil, der vor der Partie noch geehrt wurde. Beim TSV gab es mit Abwehrrückkehrer Lukas Spendlhofer und Stürmer Angelo Gattermayer im Vergleich zum 0:1 in Salzburg ebenfalls zwei neue Gesichter. Großer Qualitätsunterschied war vor der Pause keiner ersichtlich.
Sturms Jeyland Mitchell musste mit einem Tackling in höchster Not im Duell mit Marco Hoffmann retten (23.). Zudem gab Hartbergs Fabian Wilfinger einen Schuss ab (36.). Aufseiten von Sturm wehrte Hartbergs Tormann Armin Pecsi einen Hödl-Schuss ab (36.), ein Gattermayer-Treffer wurde wegen knappem Abseits nicht anerkannt (39.), Mamageishvili köpfelte ins Außennetz (45.+1).
Nach der Pause folgte in Minute 60 die wohl spielentscheidende Szene. Trainersohn Konstantin Schopp zog Hödl am Trikot und sah wegen wiederholten Foulspiels zu Recht die Gelb-Rote Karte. Ingolitsch brachte mit Weiper, Soglo und Seidl drei frische Kräfte und belebte damit die Grazer Offensive deutlich.
Frische Kräfte machen sich bezahlt
Eine Seidl-Flanke verlängerte Weiper mit dem Kopf ins Tor. Pecsi verhinderte bei einem Soglo-Abschluss aus spitzem Winkel (73.) vorerst noch den Doppelschlag. Tor Nummer zwei fiel dann in Minute 81, und wieder waren alle Wechselspieler beteiligt. Nach einer Soglo-Ecke wurde der Ball mehrmals kurz gespielt, ehe Seidl flach in die Mitte gab, wo Weiper unbedrängt einschießen konnte.
Danach hätte der Auswärtssieg noch höher ausfallen können. Pecsi hielt einen Hödl-Schuss (85.). Ein Elfmeter nach einem vermeintlichen Foul von Spendlhofer an Weinhandl wurde nach VAR-Eingriff von Schiedsrichter Julian Weinberger zurückgenommen.
In der Nachspielzeit vergab auch noch Axel Kayombo eine Topchance, als er aus kurzer Distanz am Tor vorbeischoss. Trotzdem blieb es dabei, dass Hartbergs letzter Sieg gegen Sturm weiter fünf Jahre her ist. Sturm tankte Selbstvertrauen für das Rückspiel gegen Fenerbahce am Dienstag (ab 20.15 Uhr live in ORF1, Anpfiff: 20.30 Uhr) in der Champions-League-Qualifikation.
Stimmen zum Spiel:
Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Ich finde, dass wir eine recht gute erste Halbzeit gemacht haben. Was uns fehlt, ist, die Dinge einmal zu machen. Heute haben wir, was die Offensive betrifft, mehr produziert als im letzten Spiel, mit dem kann man zufrieden sein. Im Endeffekt wird ein Spiel aber nach 90 Minuten abgerechnet. Die rote Karte war eine Aktion, die weniger gut war. Ich tue mir aber schwer mit seiner ersten gelben Karte. Solche Aktionen wird man in Zukunft viele sehen, wenn man das so interpretiert, muss man aufpassen. Konstantin hat jedenfalls ein tadelloses Spiel bis zur 60. Minute gemacht. Ich bin nicht zufrieden mit dem Resultat, aber mit der Richtung, in die die Mannschaft geht. Es gab viele Dinge, die gut waren.“
Fabio Ingolitsch (Sturm-Trainer): „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Ich habe ihnen vor dem Spiel gesagt, es geht nicht darum, wer von Beginn weg spielt, sondern darum, wie die Wechselspieler den Unterschied ausmachen. Wir haben von der Bank richtig Qualität reinbringen können, es waren keine Wechselspieler, sondern Gamechanger. Das macht die Mannschaft in diesen intensiven Wochen aus. Ich ziehe den Hut, wie sie auftritt, alles auf dem Platz lässt. Hartberg hat es ordentlich gemacht, wir haben daher alles reinschmeißen müssen und nicht taktieren können. Es ist ein schönes Gefühl, so einen hart erkämpften Pflichtsieg eingefahren zu haben.“
Admiral Bundesliga, zweite Runde
Samstag:
Hartberg – Sturm Graz 0:2 (0:0)
Profertil Arena, SR Weinberger
Torfolge:
0:1 (69.) Weiper
0:2 (81.) Weiper
Hartberg: Pecsi – Wilfinger, Komposch, Spendlhofer, Schopp, Coulibaly (84./Onuoha) – Kainz (84./Feldhofer), Markus Diarra (71./Lukic) – Hoffmann (71./Urrutia), Gattermayer (64./Drew)
Sturm: Chudjakow – Heil (85./Koller), Vallci, Mitchell, Balbo (62./Soglo) – Weinhandl, Gorenc Stankovic – Jatta (78./Kayombo), Hödl, Mamageishvili (62./S. Seidl) – Wlodarczyk (62./Weiper)
Gelb-Rote Karte: Schopp (60./Foul)
Gelbe Karten: Keine bzw. Vallci