Der Blick auf die Statistik bestätigt Veratschnigs Eindruck. Gegen die Wolfsberger kam Salzburg auf einen xG-Wert („Expected Goals“) von 3,52, am Ende reichte es aber wie schon zuletzt gegen Pafos (Zypern) und den TSV Hartberg nur zu einem Treffer.

Nach Karim Konate (89.) bzw. Haris Tabakovic (88.) erzielte mit Yorbe Vertessen (79.) im dritten Spiel in Folge ein „Joker“ spät den einzigen Salzburger Treffer. Der Stürmer bewahrte sein Team nach einem WAC-Tor aus dem Nichts heraus durch Giacomo Vrioni (67.) zumindest vor der ersten Saisonniederlage.

WAC setzt Serie auch gegen Salzburg fort

Der Wolfsberger AC hat in der zweiten Runde der Admiral Bundesliga einmal mehr seine Heimstärke bewiesen. Die Wolfsberger holten am Sonntag gegen den FC Red Bull Salzburg ein 1:1-Unentschieden und sind damit in der Liga bereits seit zehn Heimspielen ungeschlagen, auch gegen die Salzburger ist das Team von Thomas Silberberger daheim schon vier Spiele ohne Niederlage.

Tabakovic fordert besseres Miteinander

Zuvor hatte Tabakovic auf dem Weg zu seinem ersten Ligator für Salzburg einige Male die Kaltschnäuzigkeit vermissen lassen. „Wir sind selber schuld, dass wir da nicht drei Punkte holen“, sagte der Stürmerroutinier. Er werde sich deshalb Gedanken machen, nahm aber das gesamte Team in die Pflicht. „Wir sollten öfter den Pass suchen zum Nebenmann, mehr aufeinander schauen. Es sollte egal sein, wer die Tore oder Assists macht.“

Neo-Coach Danny Röhl sieht seine Truppe jedenfalls auf einem guten Weg. „Wir sind darüber enttäuscht, dass wir nach so einer Leistung nur einen Punkt mitnehmen. Aber wir haben viel Qualität gezeigt, uns tolle Chancen erarbeitet, jetzt müssen wir noch die Tore machen“, sagte der Deutsche. Damit das gelingt, wird man laut dem Kärntner Veratschnig jeden Tag hart arbeiten. „Damit es in Zukunft einfacher wird für uns.“

Schon am Donnerstag (19.00 Uhr) könnte in Limassol im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League gegen Pafos mehr als ein Treffer nötig sein. Der Club aus Zypern hatte in der zweiten Runde ein Hinspiel-0:2 zu Hause noch mit einem 4:0-Sieg nach Verlängerung gegen Hajduk Split gedreht. „Am Donnerstag wollen wir es im Abschluss besser machen“, sagte Röhl. Tabakovic rechnete trotz des 1:0-Siegs zu Hause definitiv mit einer „sehr schweren Aufgabe“ und einem „hitzigen“ Spiel.

Polsters Zukunft noch offen

Hitzig war auch die Schlussphase in Kärnten, Nikolas Polster ließ aber trotz großer Drangphase der Gäste keinen weiteren Gegentreffer zu. „Ich habe gezeigt, was ich draufhabe. Wie es mit mir weitergeht, werden wir in den nächsten Tagen sehen“, sagte der Schlussmann bezüglich eines möglichen Transfers. Laut Coach Thomas Silberberger wird das Damoklesschwert eines Abgangs seiner Nummer eins bis zum Ende der Transferzeit über dem Club schweben. Bange wäre ihm aber auch bei einem Transfer nicht, zumal auch das Vertrauen in Zweier-Goalie Lukas Gütlbauer groß ist.

Die Entwicklung seiner Truppe macht dem Tiroler Freude. „Die Mannschaft befindet sich in einer Metamorphose. Sie ist eine Einheit am Platz. Das war die schwierigste Challenge, aus einem Haufen eine Mannschaft zu machen“, erläuterte der WAC-Coach. Wie Salzburg hält sein Team, das zum Start 3:0 gegen die Austria gewonnen hatte, bei vier Punkten. Silberberger sprach deshalb von einem „Megaauftakt“.