„Es ist megacool, damit habe ich auf keinen Fall gerechnet. Mir ist alles sehr gut aufgegangen und ich bin sehr zufrieden“, so Pressler nach ihrem erfolgreichen Auftakt in Birmingham. „Ich bin richtig schnell angelaufen, deshalb war ich knapp an der Hürde, aber es hat gepasst. Es war ein voller Lauf, ich habe 100 Prozent gegeben. Deswegen muss ich mich heute gut erholen und morgen noch einmal voll angreifen“, richtete die Niederösterreicherin ihren Blick schon auf das Semifinale am Dienstag.

Dlauhy, die mit der insgesamt drittschnellsten Zeit den Halbfinal-Einzug fixierte, war von ihrer Zeit überrascht. „Der Lauf hat sich gar nicht so gut angefühlt, weil auf der Gegengerade Gegenwind war.“ Die 23-Jährige bilanzierte nach ihrem erfolgreichen EM-Debüt naturgemäß positiv. „Das Rennen war sehr solide und kontrolliert – ich bin sehr froh, dass ich den Lauf gewinnen konnte. Ich bin so glücklich, dass ich morgen wieder laufen kann, dass ich die Atmosphäre genießen will und für mich ein Superrennen abliefere und schaue, was dabei rauskommt.“

Pressler Vorlaufschnellste über 400 Meter Hürden

Lena Pressler und Anja Dlauhy haben bei der Leichtathletik-EM in Birmingham souverän das Halbfinale erreicht. Pressler gewann ihren Vorlauf über 400 m Hürden in 54,97 Sekunden und lief die schnellste Vorlaufzeit, Dlauhy war in 55,42 Sekunden Drittschnellste.

ÖLV-Sprinterinnen verpassen Aufstieg

Das 100-m-Finale der Damen findet ohne österreichische Beteiligung statt. Magdalena Lindner und Isabell Posch schieden am Vormittag im Vorlauf aus, die für das Halbfinale vorqualifizierte Christania Williams verpasste am Abend den Einzug ins Finale.

Williams wurde im dritten Semifinal-Lauf in 11,21 Sekunden Vierte und verfehlte den Aufstieg unter die Top Acht um neun Hundertstelsekunden. Lindner schrammte in 11,32 Sekunden als 14. aller Vorläufe um lediglich eine Hundertstelsekunde am Halbfinale vorbei. Isabell Posch lief in 11,48 Sekunden die 19. Voraufzeit.

„Es war eigentlich ein richtig guter Lauf. Dafür, dass es ein Vorlauf bei einer EM ist, bin ich mit der Zeit super zufrieden. Ich bin in meinem Leben erst zweimal schneller gelaufen. Schade, dass es um 1/100 zu wenig war“, trauerte Lindner dem verpassten Aufstieg nach. Nach der fehlenden Zeit musste sie nicht lange suchen: „Ich habe leider nicht gut reagiert, da ist sicher am Start die eine Hundertstel liegen geblieben. Der Lauf war trotzdem gut, ich muss zufrieden sein.“

Posch war nach einem gebrauchten Rennen ratlos. „Eigentlich habe ich mich gut gefühlt. Ich kann noch nicht genau sagen, was das Problem war. Enttäuschend.“

Strametz verpasst Halbfinal-Einzug

In der Abendsession verpasste Hürdensprinterin Karin Strametz den Einzug ins Halbfinale. Die 28-jährige Steirerin kam in ihrem Vorlauf über 100 m Hürden nach gutem Start in 13,10 Sekunden nicht über Rang sieben hinaus und schied mit der 17. Gesamtzeit aus. Für ein Semifinal-Ticket, das die Top Zwölf lösten, hätte sie 13,01 laufen müssen.

„Hintenraus gehe ich komplett ein. Je mehr Hürden kommen, desto langsamer werde ich. Rein körperlich bin ich derzeit nicht für mehr in der Lage“, sagte Strametz. Die Vorbereitung war aber alles andere als einfach gewesen: Anfang Juli erlitt sie einen Hörsturz, musste eine Cortison-Therapie machen und kämpfte mit Gleichgewichtsstörungen. Zuletzt plagte sie wieder der Rücken (Gleitwirbel).