Die Grazer hatten sich gegen die favorisierten Türken für das Rückspiel viel vorgenommen, zeigten über weite Strecken eine passable Leistung, ein Treffer wollte dem Team von Ingolitsch allerdings nicht gelingen. „Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Auftritt meiner Mannschaft“, resümierte der Coach dennoch. „Wir haben versucht, dieses Tor zu erzwingen. Speziell in der zweiten Halbzeit haben wir ein Momentum aufgebaut“, analysierte Ingolitsch. Aber: „Der Ball wollte nicht hinein.“
Gegen Fenerbahce, das im Play-off gegen Olympique Lyon um die erstmalige Rückkehr in die Königsklasse seit 2008/09 spielt, hielt Sturm das Rückspiel bis zur 66. Minute offen. Dann sorgte Talisca mit einem Foulelfmeter für die Entscheidung. „Über zwei Spiele waren sie der verdiente Sieger. Nichtsdestotrotz hätten wir sie gerne zum Wanken gebracht“, sagte Ingolitsch. Seine Schützlinge lobte der Coach und hob dabei das Durchschnittsalter der Startelf von 21,5 Jahren hervor. „Mir geht am Ende des Tages das Herz auf, wie die Jungs da performt haben.“
Elfmeter: Talisca verwandelt eiskalt (66.)
Fenerbahce-Stürmer Talisca wird im Strafraum klar gefoult und kann den Elfer sicher ins Eck verwandeln. Für die Grazer ist das Gegentor nach einer bisher kämpferischen Leistung äußerst bitter.
„Können uns nichts vorwerfen“
Aufgrund der Chancen sei es nicht notwendig gewesen, als Verlierer vom Platz zu gehen, ergänzte Ingolitsch. „Wir haben uns unglaublich gut geschlagen.“ Einzig vor dem gegnerischen Tor fehlte die Durchschlagskraft. Routinier Jürgen Heil war mit der Vorstellung der „Blackies“ ebenfalls zufrieden. „Wir können uns nichts vorwerfen. Wir haben alles reingeworfen und über zwei Spiele das Herz auf dem Platz gelassen“, sagte der Verteidiger.
Wie im Vorjahr geht das europäische Abenteuer für die Grazer mit acht Spielen in der Europa-League-Ligaphase weiter. „Wir können den Kopf trotzdem oben lassen und stolz auf uns sein, weil wir ein sehr gutes Spiel gegen einen extrem starken Gegner gemacht haben und wir in der Europa League sind“, sagte Jacob Peter Hödl. Der 19-Jährige war im Offensivspiel der Grazer – ohne Spielmacher Otar Kiteischwili – erneut ein Aktivposten. Die Europa League bezeichnete der Youngster aber als „Trostpreis“, das Ziel sei schon die Champions League gewesen.
Das Startgeld in der zweithöchsten Europacup-Ebene beträgt 4,31 Millionen Euro, die Gegner werden am 28. August ausgelost. Mit AC Milan, Juventus, Bayer Leverkusen und Olympique Marseille warten klingende Namen. „Wir als Verein passen sehr gut in die Europa League“, so Ingolitsch.