„Es war hart, das Ausmaß der Strafe zu akzeptieren, und noch härter, die Konsequenzen zu verarbeiten. Ich habe in dieser Phase erst Abstand gebraucht und dann den vollen Fokus auf meine Aus- und Weiterbildung gelegt“, wird Egle in einer Verbandsaussendung zitiert.

Die Europameisterin von 2024 beendete im März ihr Bachelor-Studium und sammelte berufliche Erfahrung auf der Universität Innsbruck. „Das ist sehr viel wert, denn diese neuen Herausforderungen, andere Freundeskreise und der Abstand vom Leistungssport haben mir geholfen, Klarheit in meine Gedanken und Pläne zu bekommen“, so Egle.

Rückkehrerin stapelt tief

Egle bereitet sich nun mit einem individuellen Programm auf ihre Rückkehr vor. Ab dem 1. September 2026 darf die 16-fache Weltcup-Siegerin wieder gemeinsam mit dem ÖRV-Team trainieren. „Der Entschluss, wieder in den Spitzensport zurückzukehren, war nicht spontan, sondern ist über die letzten Monate gereift“, erklärte Egle ihre Entscheidung. Ihre Ziele sind klar: „Ich möchte noch einmal angreifen und sportlich erfolgreich sein.“

Wunderdinge erwartet sich Egle bei der Rückkehr noch nicht. „Mein letztes Rennen bin ich im Februar 2025 gerodelt, es wird auf jeden Fall Geduld brauchen. Und es muss sich weisen, ob der Weg nach La Plagne (Anm.: Austragungsort der olympischen Rodelbewerbe 2030) für mich der richtige ist.“

Freude beim Cheftrainer

Im Verband blickt man dem bevorstehenden Comeback mit Vorfreude entgegen. Cheftrainer Christian Eigentler: „Sie ist eine sehr zielstrebige und konsequent arbeitende Athletin. Wenn sie sich am Schlitten und in der Wettkampf-Bubble wohlfühlt, ist sicher wieder mit ihr zu rechnen.“

Der Weltcup-Winter 2026/2027 startet am letzten November-Wochenende im deutschen Winterberg und umfasst neun Stationen in sieben Ländern. La Plagne kehrt wieder in den Weltcup zurück, im Februar steht die WM in Innsbruck/Igls auf dem Programm.