Lele brachte die Zyprioten in Führung (15.), Biel erhöhte für die Gastgeber in Limassol (37.) und setzte Salzburg zur Pause unter Druck. Dann schlug Tabakovic nach der Pause dreimal zu (54., 58./Elfmeter, 70.), Murad Mammadow machte es im Finish nochmals spannend (84.).

Im Play-off wartet nun der schwedische Überraschungsmeister Mjällby AIF, der in der Champions-League-Qualifikation gegen Slovan Bratislava mit einem Gesamtscore von 1:4 das Nachsehen hatte. Fix ist: Salzburg wird im Herbst in einer europäischen Ligaphase spielen.

„Bullen“ liegen zur Pause mit 0:2 zurück

Salzburg-Trainer Danny Röhl nahm im Vergleich zum Hinspiel drei Änderungen vor. Bartosz Mazurek, Sota Kitano und Tabakovic rückten anstelle der verletzten Soumaila Diabate und Gaoussou Diakite sowie des zuletzt ebenfalls angeschlagenen Edmund Baidoo in die Startformation. Tabakovic gab unterstützt von Yorbe Vertessen die Speerspitze. Salzburg war bei feuchtheißen Bedingungen nur in den Anfangsminuten der ersten Hälfte voll da. Mazurek tauchte nach 60 Sekunden vor Radoslaw Majecki auf, scheiterte aber am Pafos-Goalie.

Danach bewies Zyperns Cupsieger im mit 6.000 Fans besetzten Ausweichstadion in Limassol mit zwei Toren seine Heimstärke. Lele egalisierte nach einem Wechselpass und folgender Flanke des früheren LASK-Profis Bruno Felipe per Kopf das Hinspielergebnis (15.). Ein Freistoß seines brasilianischen Landsmannes Biel fand aus halblinker Position seinen Weg ins Tor. Die Pafos-Verteidiger David Luiz und David Goldar hatten Salzburg-Goalie Christian Zawieschitzky irritiert.

Tabakovic-Festspiele nach Seitenwechsel

Salzburg tat sich schwer, vor der Pause war zu wenig Bewegung im Spiel. Das änderte sich unter anderem durch die Hereinnahme von Baidoo. Nach einem schlampigen Rückpass von Abubakr Barry war Zawieschitzky vor Ivan Sunjic zur Stelle (46.), auf der Gegenseite ließ Vertessen nach Baidoo-Zuspiel die erste Ausgleichschance aus (47.).

Danach drehte Tabakovic innerhalb von vier Minuten das Duell: Der 32-Jährige behielt nach Zuspiel von Damir Redzic im Strafraum die Ruhe und verkürzte auf 1:2. Wenig später berührte Goldar nach Flanke von Salzburg-Kapitän Nikolas Veratschnig in einem Luftduell mit Tabakovic den Ball mit der Hand. Salzburgs neuer Sturmtank verwertete den folgenden Strafstoß sicher im linken Eck. Tabakovic hatte aber noch lange nicht genug: Der Ex-Austrianer staubte nach einem abgeblockten Baidoo-Schuss zum Hattrick ab.

Zawieschitzky verhindert Schlimmeres

Pafos warf in der Folge alles nach vorne, Zawieschitzky konnte sich mehrfach auszeichnen. Der 19-Jährige parierte erst einen Kopfball von Lele (72.). Danach war er auch bei einer Doppelchance der eingewechselten Nicolas Ngamaleu und Anderson Silva zur Stelle (77.).

Beim Ausgleich des kurz zuvor eingewechselten Murad Mammadov war Zawieschitzky machtlos (84.). Salzburgs Hintermannschaft hatte sich bei einem kurz abgespielten Corner überraschen lassen, Mammadov traf vom Strafraumeck. Karim Konate ließ zwar Salzburgs Matchball aus (90.), die „Bullen“ brachten das Ergebnis aber über die Zeit.

Stimmen zum Spiel:

Danny Röhl (Salzburg-Trainer): „Wir haben exakt so ein hartes, enges Spiel erwartet. Pafos hat gut gespielt, sie haben Druck gemacht. Es ist ein hartes Pflaster hier. Wir haben nach dem 0:1 ein bisschen die Kontrolle verloren in Ballbesitz. Wir waren im Pressing nicht eng genug beisammen. Wir sind in der ersten Hälfte viel hinterhergelaufen, das war nicht so der Plan. Wir haben etwas umgestellt zur Pause, unser Pressing angepasst. Die ersten 20 Minuten danach waren Powerplay von uns, daher war es auch verdient, dass es in unsere Richtung gelaufen ist. Natürlich ist es wichtig, dass wir einen Stürmer haben, der trifft. Ich will aber auch niemals vergessen, dass Koka (Karim Konate, Anm.) und Yorbe (Vertessen, Anm.) genauso wichtig sind für uns. Wir brauchen alle drei, es sind drei ganz unterschiedliche Typen.“

Haris Tabakovic (Salzburg-Dreifachtorschütze): „Klar, als Stürmer geht es um Tore. Aber wir wussten, dass es nicht einfach wird hier. Wir hatten keinen Zugriff und haben dann etwas umgestellt in der Pause, auch in Bezug auf das Pressing. Dann war es besser. Wir haben dann auch in den richtigen Momenten die Tore gemacht. Für die Mannschaft ist es ein Riesenpush. Der Verein hat ein Riesenziel, dass er sich für die Europa League qualifizieren möchte. Mit meiner Gestik ist es so, dass ich die Jungs pushen möchte. Das habe ich auch früher schon gemacht. Manchmal geht es aber auch darum, die Ruhe zu bewahren.“

Nikolas Veratschnig (Salzburg-Kapitän): „Es ist ein unglaublich gutes Gefühl. Wir sind einfach froh, weitergekommen zu sein. Wir haben gewusst, es wird ekelhaft. Wir haben ein bisschen Probleme gehabt mit dem Klima, mit ihren Fans. Damit sind wir nicht klargekommen. Die ersten fünf Minuten waren richtig gut, aber dann waren wir in der ersten Hälfte nicht mehr da. Da haben wir nicht mehr gut Fußball gespielt. Wir haben uns angepasst an ihren Spielstil, das war der Fehler. In der zweiten Hälfte haben wir es dann richtig gut gemacht.“

David Luiz (Pafos-Abwehrchef): „Es ist eine Freude, solche Spiele zu spielen. Aber es ist traurig, wenn du sie verlierst. Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt, sind aber schlecht in die zweite gestartet. Wenn du das machst auf diesem Level, bekommst du die Rechnung präsentiert. Wir haben mit Herz gespielt, aber auf diesem Level kannst du nicht zehn bis 15 Minuten schlafen. Für mich war es ein glücklicher Elfmeter, den sie bekommen haben. Es ist ein Spiel, aus dem wir lernen können. Ich glaube, das Team hat eine gute Leistung gebracht.“

UEFA Europa League, Qualifikation, dritte Runde, Rückspiel

Donnerstag:

Pafos – Salzburg 3:3 (2:0)

Limassol, 6.000, SR Pinheiro (POR)

Torfolge:

1:0 Lele (15.)

2:0 Biel (37.)

2:1 Tabakovic (54.)

2:2 Tabakovic (58./Elfmeter)

2:3 Tabakovic (70.)

3:3 Mammadow (84.)

Pafos: Majecki – Bruno Felipe, Goldar, David Luiz, N. Ioannou – Sunjic (75. Anderson), Pepe – Dragomir (82. Mammadov), Guga (61. Ngamaleu), Biel – Lele

Salzburg: Zawieschitzky – Veratschnig (82. Morgalla), Boma, Zabransky, Schmid – Mazurek, Barry – Kitano (46. Baidoo), Vertessen (82. Drexler), Redzic (86. Krätzig) – Tabakovic (75. Konate)

Gelbe Karten: Bruno Felipe bzw. Veratschnig

Salzburg mit dem Gesamtscore von 4:3 weiter, im Europa-League-Play-off wartet nun der schwedische Meister Mjällby AIF