„Es war schwierig, die Balance zu finden zwischen Konzentration und Lockerheit. Das muss ich akzeptieren und so hinnehmen. Trotzdem bin ich stolz, dass ich im Finale dabei war. Ganz ehrlich, die anderen waren einfach besser. Mir hat auch das Selbstvertrauen gefehlt“, sagte Weißhaidinger im ORF-Interview. „Im dritten Wurf musste ich riskieren, hat leider nicht funktioniert. Ich bin Sportsmann genug und akzeptiere die Leistung der Gegner. Aber ich arbeite weiter und komme zurück.“

Der EM-Titel ging an den Slowenen Kristjan Ceh mit einer Weite von 72,51 Metern vor dem Litauer Mykolas Alekna (69,89) und dem Deutschen Henrik Janssen, der auf 69,53 m kam. Auf den dritten Platz fehlten Weißhaidinger demnach fast sechs Meter.

Dass Weißhaidingers seit 2016 dauernde Finalserie bei Großereignissen in Birmingham überhaupt angehalten hatte, war nicht aufgelegt. Er haderte oft und nicht nur wegen der Rückenbeschwerden unmittelbar vor der EM. Wegen eines Hexenschusses stand hinter der EM-Teilnahme sogar ein Fragezeichen, mit Unterstützung des Teams wurde der 34-Jährige fit.

Die fünfte Medaille bei Großereignissen auf höchstem Niveau als Lohn für seinen Kampfgeist blieb ihm verwehrt. Vor Olympiabronze 2021 in Tokio hatte Weißhaidinger Bronze bei der WM in Doha und ebenfalls Bronze bei der EM 2018 in Berlin erobert. Die bisher letzte Medaille hatte er mit Silber bei der EM in Rom vor zwei Jahren geholt.

Gogl-Walli und Rattinger out

Auch die weiteren Athleten und Athletinnen des Österreichischen Leichtathletikverbands (ÖLV) blieben am Donnerstag ohne Erfolgserlebnis. Susanne Gogl-Walli schied im Halbfinale über 400 m aus. Die EM-Siebente von vor zwei Jahren in Rom landete in ihrem Rennen in 52,29 Sekunden an der achten Stelle, gesamt ergab das Platz 23. Tobias Rattinger wurde über 3.000 m Hindernis in seinem Vorlauf in 8:47,91 Minuten Elfter und beendete die EM an 22. Position.

„Es ist ein bisschen ernüchternd, weil man einfach sieht, wo jetzt momentan die europäische Spitze ist, und das ist ja das, wo man hin will“, sagte Gogl-Walli. Rattinger meinte: „Ich bin mit der Einstellung reingegangen, ich will ums Finale laufen. Lange war ich voll dabei, aber es war in dem Rennen nicht greifbar.“