Omer Atzili (33.) und Johnbosco Kalu (56.) hatten die Israelis mit 2:0 in Führung gebracht, Kelvin Boateng gelang der wichtige Anschlusstreffer für die Wiener (58.). Beide Teams verpassten in der Folge die Entscheidung, die am Ende vom Punkt erfolgte.
Dort versagten den Gästen zweimal die Nerven, einmal hielt Tormann Samuel Sahin-Radlinger, während für die Gastgeber nur Vasilije Markovic nicht traf. Den entscheidenden Elfer verwandelte Sanel Saljic eiskalt. Für die Austria geht es bereits am Sonntag (17.00 Uhr) in der Bundesliga mit einem Gastspiel in Hartberg weiter.
Highlights von Austria Wien – Beitar Jerusalem
Die Wiener Austria setzt sich im Elfmeterschießen gegen Beitar Jerusalem durch und steht im Play-off der Conference League.
Coach Stephan Helm rotierte wie erwartet und änderte seine Startelf im Vergleich zur LASK-Partie vom Sonntag (0:2) an acht Positionen. Er schenkte aber im Wesentlichen jener Mannschaft das Vertrauen, die vor einer Woche im Hinspiel begonnen hatte. Stürmer Johannes Eggestein stand wegen Adduktorenproblemen nicht im Kader. Bei den Israelis blieb Ex-WAC-Stürmer Shon Weissman auf der Bank.
Beitar geht vor Pause in Führung
Die Austria agierte vor 7.663 Zuschauern und Zuschauerinnen im Franz-Horr-Stadion zunächst abwartend und setzte auf Umschaltaktionen. Julian Hettwer ließ nach einem langen Ball sowie einem Steckpass von Moritz Wels das 1:0 liegen, er scheiterte an Goalie Miguel Silva (14.).
Atzili trifft zum 1:0 für die Gäste (32.)
Beitar probierte es immer wieder aus der zweiten Reihe, ein abgefälschter Schuss von Dagatz Worko ging knapp am Austria-Gehäuse vorbei (19.). Die Gäste übernahmen nun sukzessive das Kommando, in der 32. Minute boten sich gleich mehreren Beitar-Spielern Einschussmöglichkeiten, doch Aleksandar Dragovic und Jonas Feddersen blockten. Die kalte Dusche kam in der nächsten Szene, als Atzili mit einem Schuss ins lange Eck die Gästeführung besorgte.
Gäste erhöhen nach Pause
Die Austria lief somit wie im Hinspiel einem Rückstand nach und wurde nun aktiver, ein Schuss von Boateng fiel aber zu schwach aus (38.). Nach Seitenwechsel blieb erneut Boateng aus der Distanz zu ungenau (53.). Auf der Gegenseite schlug es hingegen zum zweiten Mal ein: Sahin-Radlinger parierte zunächst, doch Kalu erhöhte volley auf 2:0.
Kalu erhöht auf 2:0 (56.)
Beitar trifft zum zweiten Mal am Verteilerkreis.
Nun lag Jerusalem im Gesamtscore mit 3:2 voran, doch die Austrianer antworteten sofort: Einen Schuss von Hettwer nach einem schweren Patzer in der Beitar-Verteidigung ließ Goalie Silva nach vorne abprallen, Boateng staubte ab. Die Partie wogte nun hin und her, bei einem Stangenschuss von Atzili hatten die „Veilchen“ Glück (63.). Ein Kontertor von Yarden Shua blieb wegen einer Abseitsstellung ohne Folgen für die Hausherren (75.).
Entscheidung im Elfmeterschießen
Im Finish verpasste Manfred Fischer den „Lucky Punch“, er schlug im Strafraum am Leder vorbei (87.). Brayan Carabali verpasste per Kopf die Entscheidung zugunsten der Israelis, Sahin-Radlinger parierte in höchster Not (92.). Die Folge war eine Verlängerung, in der Beitar Vorteile hatte, aber keine Tore fielen. Im Elferkrimi scheiterten Eugene Ansah bzw. Markovic an der Stange. Sahin-Radlinger parierte gegen Timothy Muzie, bevor Saljic die Partie beendete.
Elfmeterschießen geht an die Austria
Die Wiener jubeln nach einem Elfmeterkrimi.
Stimmen zum Spiel:
Stephan Helm (Austria-Trainer): „Die Freude war sehr, sehr groß. Beitar war definitiv auf Augenhöhe mit uns. Vor zwei Jahren gegen Ilves Tampere haben wir die Spieler fast bedrohen müssen, dass sie zum Elfmeter gehen. Heute sind acht Spieler zu mir gekommen. Das zeigt auch die Mentalität. Dass wir trotzdem vor Problemen gestanden sind, kann man durchaus auch zugeben. Von der 35. bis 45. Minute hat es nicht gut ausgeschaut. Im letzten Drittel sind wir zu ungenau, an dem müssen wir noch arbeiten. Es ist ein unglaublicher Mehrwert, welche Erfahrungen die Spieler in den vier Begegnungen schon gesammelt haben. Ich denke, dass wir in die richtige Richtung marschieren.“
Almog Cohen (Beitar-Trainer): „Nach den ersten 20 Minuten hat hier nur eine Mannschaft gespielt, und das waren wir. Großes Kompliment an meine Spieler, sie haben heute eine Riesenleistung gezeigt. So ist der Fußballgott. Ich verspüre keinen Ärger, die Mannschaft hat alles auf dem Rasen gelassen. Braga ist drei bis vier Stufen stärker als wir. Austria war auf Augenhöhe mit uns. Das erste Spiel wird entscheidend für die Austria. Mit den eigenen Fans ist alles möglich.“
UEFA Conference Legue, Qualifikation, dritte Runde, Rückspiel
Donnerstag:
Austria – Beitar 4:2 i. E., 1:2 (1:2, 0:1) n. V.
Wien, Franz-Horr-Stadion, 7.663, SR Lukasz Kuzma (POL)
Torfolge:
0:1 (33.) Atzili
0:2 (56.) Kalu
1:2 (58.) Boateng
Austria: Sahin-Radlinger – Nnodim (106. Lee Kang-hee), Dragovic, Feddersen, Schablas (78. Lee Tae-seok) – Markovic, Maybach (58. Wustinger) – Fischer, Hettwer (58. Saljic), Wels (58. Ranftl) – Boateng (72. Deshihsku)
Beitar: Silva – Antwi, Carabali, Gadrani (75. Deri), Shedo (65. Elimelech) – Muche (65. Muzie), Takang, Worko (106. Ben Shimol) – Atzili (106. Ansah), Shua, Kalu (65. Yosefi)
Gelbe Karten: Schablas, Ranftl, Lee Tae-seok, Wustinger bzw. Takang, Atzili, Yosefi, Antwi
Hinspiel: 2:1. Gesamtscore: 3:3. Austria aufgestiegen und im Play-off gegen Sporting Braga (Spieltermine 20./27. August)