Die Gäste aus Israel waren phasenweise die bessere Mannschaft und führten mit 2:0. Nachdem die „Veilchen“ in den letzten Jahren im Europacup an Banik Ostrava, Ilves Tampere und Legia Warschau früh gescheitert waren, gelang der Helm-Elf endlich der Einzug ins Play-off, wo nun Sporting Braga wartet.

„Im Fußball muss man leiden, es hilft nichts, dir wird nichts geschenkt. Die Jungs von Jerusalem können richtig gut kicken, und man hat das heute auch wieder gesehen, wie die den Ball laufen lassen. Ab und zu haben wir keinen Zugriff gehabt, muss man ehrlich sagen. Vor allem in der ersten Halbzeit waren sie spielerisch überlegen“, meinte Kapitän Manfred Fischer, der auch Lob verteilte. „Die Jungs haben Gas gegeben bis zum Ende, wir haben gefightet wie die Löwen.“

Highlights von Austria WienBeitar Jerusalem

Die Wiener Austria setzt sich im Elfmeterschießen gegen Beitar Jerusalem durch und steht im Play-off der UEFA Conference League.

Boateng bringt Austria zurück ins Spiel

Mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 durch Kelvin Boateng kam die Austria, die das Hinspiel auswärts mit 2:1 für sich entschieden hatte, ins Spiel zurück. „Was wir uns ankreiden müssen, ist, dass wir im letzten Drittel zu ungenau waren. An dem müssen wir arbeiten“, bemängelte Trainer Helm. Da keine weiteren Tore mehr gelangen, fiel die Entscheidung erst vom Elfmeterpunkt.

Mit einem gehaltenen Penalty trug Keeper Samuel Sahin-Radlinger sein Teil zum Aufstieg bei, als letzter Austria-Schütze verwandelte Sanel Saljic sicher. „Ich wusste, in welche Ecke ich schieße, war ganz entspannt und der Überzeugung, dass ich ein guter Elfmeterschütze bin. Das war es eigentlich“, erklärte ein erleichterter Saljic nach dem 4:2-Elfersieg.

Mannschaft in letzten Jahren gewachsen

Für Trainer Helm war der Erfolg im Elferschießen auch ein „Sinnbild“, wie sehr sein Team in den vergangenen zwei Jahren gewachsen ist. 2024 war seine Truppe noch im Shoot-out gegen Tampere ausgeschieden. „Damals haben wir die Spieler fast bedrohen müssen, dass sie zum Elfmeter gehen. Heute sind acht Spieler zu mir gekommen und haben signalisiert: Sie wollen schießen. Das zeigt, dass wir ein ganz anderes Selbstverständnis, Selbstbewusstsein haben“, sagte der 43-Jährige.

Nun steht Regeneration auf dem Programm. Am Sonntag folgt das Bundesliga-Gastspiel in Hartberg, am Donnerstag darauf das Play-off-Hinspiel in Braga, wohin die Austria als Underdog reist. „Im Fußball ist immer alles möglich, aber wir haben da ganz klar die Außenseiterrolle“, konstatierte Helm, der sich nach sieben Pflichtspielen eine „Drei minus“ als Note für den Saisonstart gab. „Für mich ist die Liga extrem wichtig, das ist das Tagesgeschäft. Dort hätten wir gerne auch Punkte gemacht.“ In Runde drei sollen nun beim TSV die ersten Zähler her.

UEFA Conference Legue, Qualifikation, dritte Runde, Rückspiel

Donnerstag:

Austria – Beitar 4:2 i. E., 1:2 (1:2, 0:1) n. V.

Wien, Franz-Horr-Stadion, 7.663, SR Lukasz Kuzma (POL)

Torfolge:

0:1 (33.) Atzili

0:2 (56.) Kalu

1:2 (58.) Boateng

Austria: Sahin-Radlinger – Nnodim (106./Lee Kang Hee), Dragovic, Feddersen, Schablas (78./Lee Tae Seok) – Markovic, Maybach (58./Wustinger) – Fischer, Hettwer (58./Saljic), Wels (58./Ranftl) – Boateng (72./Deshihsku)

Beitar: Silva – Antwi, Carabali, Gadrani (75./Deri), Shedo (65./Elimelech) – Muche (65./Muzie), Takang, Worko (106./Ben Shimol) – Atzili (106./Ansah), Shua, Kalu (65./Yosefi)

Gelbe Karten: Schablas, Ranftl, Lee Tae Seok, Wustinger bzw. Takang, Atzili, Yosefi, Antwi

Hinspiel: 2:1. Gesamtscore: 3:3. Austria aufgestiegen und im Play-off gegen Sporting Braga (Spieltermine 20./27. August)