Die Spielerinnen fordern faire und professionelle Rahmenbedingungen für das Frauen-Nationalteam. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Auszahlung eines Taggeldes für Trainingscamps und Turniere – eine Abgeltung, die es im Männer-Nationalteam gibt.
Sportlich hat sich Österreichs Frauen-Team mit dem erstmaligen Aufstieg in die Top Division (der zehn besten Nationen) für die A-WM in Dänemark qualifiziert. Doch diese geht nun möglicherweise ohne rot-weiß-rote Leistungsträgerinnen über die Bühne. Wenn am 17. August das nächste Vorbereitungscamp startet, werden zentrale Spielerinnen fehlen.
"Damit es nächster Generation besser geht“
„Ich bin von der Art und Weise, wie die Verantwortlichen mit unserem Staff und unseren Spielerinnen umgehen, maßlos enttäuscht und will mich mit diesen Werten nicht identifizieren“, wurde Meixner auch von der „Kronen Zeitung“ zitiert. „Wenn nichts hilft und die Verantwortlichen nur so zur Vernunft zu bringen sind, bin ich bereit, auf die A-WM zu verzichten. Damit es der nächsten Generation besser geht.“
Laut Spielerinnenangaben wurden langjährige Betreuer vom Verband aus dem Team entfernt. Verteidigerin Antonia Matzka zufolge handelt es sich um drei Personen, „zu denen wir das beste Verhältnis haben“.
Gewerkschaft fordert von Ministerium Prüfung
Matzka zählte in einem „Krone“-Bericht weitere Mängel auf. „Wir mussten in Unterkünften teilweise in Stockbetten schlafen, uns im Jänner in einer Hütte ohne Heizung umziehen, bekommen als Team-Wear die Restbestände der Männer, die uns natürlich nicht gut passen. Und erfahren trotz privater Verpflichtungen wie Beruf, Studium oder Schule oft sehr kurzfristig von Einberufungen.“
Es gehe nicht nur ums Geld, sondern um Gleichbehandlung. Matzka: „Das Vertrauen zwischen Spielerinnen und der Führung ist nicht mehr da.“
„Neun Verbesserungsvorschläge haben wir Anfang März schriftlich übergeben. Davon wurde bislang kein einziger schriftlich bestätigt“, berichtete Gewerkschafter Sascha Tomanek. Die younion forderte das Sportministerium dazu auf, die Vorgänge im ÖEHV und insbesondere den Umgang mit den Spielerinnen des Frauen-Nationalteams zu prüfen.
„Nehmen Spielerinnenanliegen sehr ernst“
„Der Österreichische Eishockeyverband nimmt die Anliegen der Spielerinnen sehr ernst und arbeitet seit Monaten mit Nachdruck an nachhaltigen Lösungen“, teilte der ÖEHV der APA in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Ab 2027 trete ein neues Vergütungs- und Entschädigungsmodell für alle drei Senioren-Nationalteams in Kraft, das den Spielerinnen bereits kommuniziert worden sei.
„Zu einzelnen Personal- und Kaderentscheidungen sowie zu internen Gesprächen äußert sich der ÖEHV nicht öffentlich. Eine sachliche und respektvolle Klärung ist dem Verband wichtiger als eine über die Medien ausgetragene Debatte. Das große gemeinsame Ziel ist und bleibt eine erfolgreiche Teilnahme an der A-WM im November und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des österreichischen Frauen-Eishockeys“, hieß es vom Verband.
Ministerium ruft zu „Dialog auf Augenhöhe“ auf
Das Sportministerium rief den Verband dazu auf, „einen echten Dialog auf Augenhöhe mit den Spielerinnen zu suchen“. In Anbetracht der Autonomie des Sports sei die Rolle des Ministeriums die des Fördergebers. Ein Eingreifen sei möglich, wenn gesetzliche Förderbedingungen des Ministeriums bzw. der Bundes-Sport GmbH verletzt werden.
„Weibliche Athleten haben sich für ihre Leistungen genau dieselbe Aufmerksamkeit und Wertschätzung verdient wie männliche. Und wir wünschen uns natürlich auch, dass die Eishockeyspielerinnen ihre sportliche Leistung bei der WM unbeeindruckt von Streitigkeiten unter Beweis stellen können“, hieß es aus dem Ministerium.